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Franz Hörzing: Ein erfülltes, kreatives Leben ging nach 97 Jahren zu Ende

WELS. Architekt, Maler, Dichter, Musiker: Franz Hörzing war vielseitig begabt. Nach einem erfüllten Leben starb er am 5. Dezember im 97. Lebensjahr.

Franz Hörzing

2000 erschien ein Buch mit Hörzings Aquarellen. Bild: privat

Hörzing hinterließ in seiner Heimatstadt Spuren: Er plante das Cordatus-Haus in der Bahnhofstraße, Kirche und Pfarrzentrum in der Vogelweide und als eines seiner ersten großen Projekte die seinerzeitige Zentrale des „Tiger“-Farbwerkes in der Kienzlstraße. Er schuf unzählige Schulen und Amtshäuser im Großraum Wels und bewies bei vielen Umbauten und Renovierungen künstlerisches Geschick. Hörzing erhielt auch den Architekturpreis „Europa nostra“.

In Jugendjahren wollte der Welser Maler werden. Nach einem Schlaganfall seines Vaters musste er aber früh in den elterlichen Baubetrieb einsteigen. Den baute der zweifache Vater kontinuierlich aus; bis zu 150 Mitarbeiter standen auf der Lohnliste. 1977 verkaufte er ein wirtschaftlich intaktes Unternehmen und war noch drei Jahre bis zur Pensionierung als freischaffender Architekt tätig.

Seither widmete sich Hörzing wieder ganz der Kunst. Er aquarellierte, zeichnete und schrieb Lyrik. Im Jahr 2000 erschien ein Kunstband mit seinen Werken. Er war Lieblingsschüler des Welsers Karl Görlich. Bereits 1986 veröffentlichte der Welser Verlag Plieseis die Sammlung „Lyrik und Mundart“.

Seine vierte große Leidenschaft galt der Musik: Hörzing spielte Geige und Trompete, liebte die Klassik und war begeisterter Jazz-Fan. Im Wels der 1950er-Jahre gründete er eine Jazz-Band, die oft vor US-Soldaten aufspielte. Damals war Wels Filmstadt: In Hörzings Haus trafen sich Jugendidole wie Peter Alexander, Vico Torriani oder Caterina Valente.

Für sein künstlerisches Schaffen wurde Hörzing mehrfach ausgezeichnet.

Am 5. Dezember war seine Lebenszeit erfüllt: Der dreifache Groß- und Urgroßvater starb zu Hause und wurde fünf Tage später im engsten Familien- und Freundeskreis auf dem Welser Friedhof beigesetzt.

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Artikel Ein Nachruf von Friedrich M. Müller 08. Januar 2011 - 00:04 Uhr
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