Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Nach Lawine: Gefangen im Nationalpark

Von Gerhild Niedoba, 10. Jänner 2019, 00:04 Uhr
Nach Lawine: Gefangen im Nationalpark
Tief verschneites "Jagahäusl" Bild: (privat)

MOLLN. Zwei Hüttenwirte und ein Jäger sitzen fest – alle nehmen es gelassen.

Bis zu 220 Tagesgäste, Schneeschuhwanderer und Tourengeher, hat Hüttenwirt Julian Gössweiner vom "Jagahäusl im Bodinggraben" in Molln (Bezirk Kirchdorf an der Krems) normalerweise um diese Zeit pro Woche um sich. Seit nunmehr fünf Tagen kommt niemand mehr.

Nachdem am vergangenen Freitag eine Lawine die zur Hütte führende Gemeindestraße rund vier Meter hoch verschüttet hat, wurde der Weg hinauf zum Jagahäusl gesperrt. Damit sind der 29-Jährige und seine Lebensgefährtin Karin, mit der er seit acht Monaten die Versorgungsstation der Österreichischen Bundesforste im Nationalpark Kalkalpen gepachtet hat, von der Außenwelt abgeschnitten. Genauso wie Berufsjäger Michael Kirchweger vom benachbarten Forsthaus auf 650 Meter Höhe.

Und wie es aussieht, dürfte sich in den kommenden Tagen daran nicht viel ändern, sagt Christoph Pointner, Obmann der Lawinenwarnkommission Molln-Rosenau, gestern: "Wir raten, die Straße bis auf Weiteres zu sperren." Der Mollner Bürgermeister Friedrich Reinisch befolgt diese Empfehlung: "Im Hang liegt noch eine wesentlich größere und schwerere Lawine. An ein Räumen der Straße ist aus heutiger Sicht nicht zu denken. Auch, weil ja laut dem Wetterbericht ein Meter Neuschnee zu erwarten ist."

Die Eingeschlossenen hadern nicht mit ihrem Schicksal. Im Gegenteil, wie Kirchweger sagt: "Mich stört das gar nicht, ich hab’ genug zu tun", sagt der 59-Jährige. Neben dem wenig überraschenden Schneeschaufeln müsse er auch ins Gelände ausrücken, um das Wild zu füttern. "Wenn ich mir dabei wehtue, hab’ ich ein eigenes Kastl mit, mit dem ich im Notfall Hilfe rufen kann."

Auch Hüttenwirt Gössweiner stört die plötzliche Zweisamkeit nicht. "Es ist immerhin ein kleiner Trost, dass wir zu zweit sind", sagt er und lacht. "Wir genießen die Ruhe." Die Zeit würden die beiden nützen, um die Hütte auf Vordermann zu bringen.

Auch wenn niemand weiß, wie lange die Sperre aufrecht bleiben wird, mache sich keine Panik breit. Lebensmittel seien in beiden Häusern genug vorhanden. "Unsere Vorräte", sagt der 29-Jährige, "reichen sicher bis Mitte Februar."

mehr aus Oberösterreich

Toter Mann im Attersee: Ermittlungen laufen

Hangrutsch und Überschwemmungen nach lokalem Unwetter in Spital am Pyhrn

4 Rumänen gingen mit Kindern auf Diebestour - "Hatten um die 15.000 Euro bei sich"

Gleitschirmpilot (61) auf Autobahnraststation St. Pankraz gestürzt

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Interessieren Sie sich für diesen Ort?

Fügen Sie Orte zu Ihrer Merkliste hinzu und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

7  Kommentare
7  Kommentare
Die Kommentarfunktion steht von 22 bis 6 Uhr nicht zur Verfügung.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
alleswisser (18.463 Kommentare)
am 13.01.2019 22:26

So ein Eingeschneitsein in völliger Abgeschiedenheit kann ganz unterhaltsam sein für ein junges Paar.

lädt ...
melden
hochhaus (1.821 Kommentare)
am 22.01.2019 13:12

Hoffentlich sind sie noch frisch verliebt 😄

lädt ...
melden
c.sainz (1.265 Kommentare)
am 10.01.2019 07:59

Viel Spannender ist da schon der Bericht in der Krone https://www.krone.at/1840581
zumal es sich dabei um eine Siedlung die zwar zur Gemeinde Rosenau gehört aber nur 1 km vom Ortszentrum Windischgarsten entfernt ist handelt.

lädt ...
melden
Auskenner (5.366 Kommentare)
am 10.01.2019 10:08

Dass die Krone spannender schreibt, glaube ich schon. (Man könnte auch reißerisch dazu sagen).
Es ist halt auch gern mal mehr Fiktion dabei.

Und 1 km Luftlinie kann viel ausmachen. Da sind auch einige Höhenmeter dazwischen.

lädt ...
melden
athena (3.249 Kommentare)
am 10.01.2019 06:07

romantisch!
u sie werden genug zum essen u zum trinken haben!
also genießen die auszeit!

lädt ...
melden
fritzlfreigeist (1.646 Kommentare)
am 10.01.2019 00:54

Auch die Rotwildfütterungen können nicht besucht werden, was heute mit einem mail vom Nationalpark Zentrum Molln mitgeteilt wurde.

Na haben wir uns halt für einen anderen Termin angemeldet, auch kein Problem.

lädt ...
melden
fanfarikuss (14.172 Kommentare)
am 10.01.2019 14:41

In diesem Winter erlangt der Begriff "Notzeit" im Jagdgesetz
eine echte Relevanz.
Möchte mir nicht ausmalen wie viel Fallwild es diesen Winter gibt.

lädt ...
melden
Aktuelle Meldungen