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Warum Matthäus (10) ein Autogramm von Putin bekam

Von Gerhild Niedoba   22.Juli 2021

Der zehnjährige Schüler Matthäus mit seinem Brief an den russischen Präsidenten zu Gast bei den OÖN.

„Sehr geehrter Herr Präsident, ich bin nur ein zehnjähriger Junge und weiß, dass ich die Welt nicht ändern kann. Ich möchte Sie aber bitten, Ihren Glauben an Europa nicht zu verlieren.“ – Mit diesen nicht alltäglichen Zeilen hat sich Matthäus Brandstetter Mitte Mai an den russischen Präsidenten gewandt. Dieser Tage erhielt der angehende Gymnasiast aus Neumarkt im Mühlkreis (Bezirk Freistadt) prompt Antwort und neben drei Büchern über Russland und einer Tasse samt Konterfei des berühmten sowjetischen Kosmonauten Juri Alexejewitsch Gagarin auch eine Autogrammkarte von Wladimir Putin. „Die hab ich mir in dem Brief von ihm gewünscht. Dass ich sie tatsächlich bekomme, hätt ich mir nicht gedacht“, sagte der Zehnjährige gestern den OÖN und grinste.

Als die Idee zur Realität wurde

Doch warum kam er eigentlich dazu, an den russischen Präsidenten zu schreiben? „Als er das erste Mal davon sprach, haben wir noch gedacht, warten wir mal ab, ob sich die Euphorie nicht noch legt“, sagte Matthäus’ Vater Daniel Brandstetter. Aber der Sprössling blieb bei seinem Vorhaben. „Weil ich in den Nachrichten gehört hab, dass Europa und Russland nicht so zusammenarbeiten.“ So appellierte er nun an Putin: „Bitte verlieren Sie nicht die Hoffnung an einer Zusammenarbeit mit den Ländern Europas – ich denke, das wäre gut für uns alle“, schrieb er in dem Brief, den er über den ehemaligen Wirtschaftskammerpräsidenten und gebürtigen Neumarkter Christoph Leitl der russischen Botschaft in Wien zukommen ließ.

Sein Interesse für den slawischen Staat bestehe schon länger, sagt der Hobby-Fußballer: „Ich finde die Landschaft voll schön, und die Sprache fasziniert mich auch.“ Aus diesem Grund habe er jetzt auch angefangen, Russisch zu lernen. Die Voraussetzungen dafür stehen nicht schlecht. Schließlich werden Matthäus und seine Zwillingsschwester Klara zweisprachig erzogen: Ihre Mama, eine gebürtige Slowakin, spricht mit ihnen nur in ihrer Muttersprache.

Damit, dass der Brief von der russischen Botschaft veröffentlicht wurde und daher nun viral geht, hätte die Familie nie gerechnet. „Es haben jetzt auch schon russische Zeitungen bei uns angefragt“, sagt die Mutter. „Doch das werden wir ablehnen, wir wollen sicher keine Propaganda machen.“ Matthäus schmiedet inzwischen ganz andere Pläne. Rasch wolle er nun einen Bilderrahmen für die Autogrammkarte besorgen und einen besonderen Platz dafür finden. „Über dem Bett vielleicht“, sagt der Schüler

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