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Mühlviertel

VP-Bürgermeister tritt nicht zur Stichwahl an

05. Oktober 2021 10:39 Uhr

Bürgermeisterwahl Reichenau
Peter Rechberger von der Liste „Miteinander in Reichenau“ ist nun einziger Bürgermeisterkandidat.

REICHENAU/MKR. Hermann Reingruber überlässt das Feld kampflos Peter Rechberger

Eine jüngere und agilere VP wünschte sich Peter Rechberger eigentlich. Weil er in seiner Stammpartei diesbezüglich nur wenig Gehör gefunden habe, gründete er die Bürgerliste MiR. Nun schwingt er sich auf, um Bürgermeister zu werden. Eigentlich hätte er am Sonntag in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Hermann Reingruber müssen. Dieser zog nun überraschend zurück, wie die Volkspartei auf OÖN-Anfrage bestätigte. Deswegen wird am 24. Oktober gewählt – mit Peter Rechberger als einzigem Kandidaten.

Nur drei Stimmen trennten Hermann Reingruber von seinem einstigen Parteifreund im ersten Wahlgang. „Es wäre eine ganz enge Stichwahl zwischen uns geworden. Drei Stimmen Vorsprung sind nichts“, weiß Rechberger – der wahrscheinlich nächste Bürgermeister der Gemeinde Reichenau im Mühlkreis. Der Bürgerlisten-Kandidat bittet dennoch die Bürgerinnen und Bürger, am 24. Oktober zur Wahl zu schreiten: „Ich hoffe natürlich auf eine hohe Wahlbeteiligung und eine breite Zustimmung. Ich stelle mich als Bürgermeister für alle zur Wahl“, sagt er.

Im Gemeinderat brachte die jüngste Wahl durchaus spannende Verhältnisse: ÖVP und Bürgerliste halten bei jeweils acht Mandaten, die SPÖ besetzt zwei, die FPÖ ein Mandat.

„Mit anderen Parteien reden“

„Wir werden mit den anderen Parteien ins Gespräch kommen und wollen konstruktiv zusammenarbeiten“, sagt der nunmehr alleinige Anwärter auf den Bürgermeistersessel. Mit der Bürgermeister-Nachfolge habe die Gründung der Bürgerliste übrigens nichts zu tun gehabt, wie Rechberger festhält. Der 46-jährige Gemeindebedienstete konnte schon vor der Wahl eine beachtliche Zahl parteiunabhängiger Reichenauer für seine Liste gewinnen. „Wir sehen uns nicht als Gegenbewegung, sondern suchen die Zusammenarbeit mit allen Parteien, Institutionen und vor allem der Bevölkerung in Reichenau. Vor allem können wir unabhängig von Parteiapparaten agieren.“

Anstehende Probleme lösen

Die MiR-Liste hat sich vorgenommen, realistische Lösungen für anstehende Probleme und Projekte zu erarbeiten. Andererseits gelte es, die Heimatgemeinde weiterzuentwickeln und die Lebensqualität weiter zu verbessern. Rechberger: „Wir haben in den vergangenen Wochen tief in die Bevölkerung hineingehört und wissen, wo bei den Menschen der Schuh drückt. Aus diesen Gesprächen haben wir konkrete Maßnahmen abgeleitet, die wir jetzt nach und nach umsetzen wollen.“

Noch-Bürgermeister Hermann Reingruber war für die OÖNachrichten für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. (fell)

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