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Mühlviertel

„Ohne uns wäre Falkenstein nur ein Schutthaufen“

20. Oktober 2019 12:29 Uhr

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Die Burgenretter zu Falkenstein machen aus einem Haufen alter Steine wieder eine „erlebbare“ Ruine

Hofkirchen. „Als ich 2006 zum ersten Mal vor der Ruine Falkenstein stand, hab ich sie gar nicht wahrgenommen“, erinnert sich Matthias Koopmann, Archäologe und Kunstgeschichtler aus Passau. „Ich war entsetzt über den Zustand dieser so wichtigen und einzigartigen Burg“, sagt er. Damals schlug er Alarm, fand in Hofkirchens Bürgermeister Martin Raab einen Verbündeten und begann mit Verhandlungen mit dem Denkmalschutz. „Wir waren ungeduldig, weil jedes Jahr extrem an der Bausubstanz nagte. Wenn wir nicht 2011 mit den ersten Sicherungsmaßnahmen endlich angefangen hätten, gäbe es jetzt nur mehr einen Schutthaufen“, ist der Burgenretter überzeugt. Wahrscheinlich wäre Falkenstein in den nächsten zehn bis 15 Jahren gar zum Burgstall verkommen.

Rettungsaktion mit Freiwilligen

Seit 2011 also arbeitet Koopmann mit vielen Freiwilligen an zehn bis 14 Wochenenden pro Jahr an der Erhaltung der Burgruine. Freilich will man Falkenstein nicht wieder aufbauen. Allerdings soll eine öffentlich begehbare Ruine für die Nachwelt erhalten bleiben. Immerhin gilt Falkenstein als Wiege des Oberen Mühlviertels. Auch die Gründungsgeschichte des Stiftes Schlägl geht auf Calhoch von Falkenstein zurück. Eine Ruine zu retten bedeutet vor allem viel Kleinarbeit: „Wir haben in den Trümmern gezielt nach Steinen gesucht und Teile der Mauern gemäß alten Fotografien rekonstruiert, um die Statik wieder zu verbessern“, erklärt Koopmann. Oberste Prämisse sei, dass nichts gebaut wird, wie es nicht schon einmal gewesen wäre.

Vernetzung über Interreg

Rund um Falkenstein entstand auch ein gerade abgeschlossenes Interreg-Projekt, welches Falkenstein als grenzüberschreitendes Schulungszentrum für ehrenamtliche Ruinenhelfer und Burgenretter etablierte. „Wir wollen erreichen, dass nicht jede Initiative isoliert arbeitet. Außerdem können wir in Falkenstein zeigen, dass man mit sehr schmalem Budget viel erreichen kann“, erklärt Koopmann. Viel wichtiger sei aber, dass altes Wissen vermittelt wird, um Fehler in der Sanierung zu vermeiden: „Oft wird mit falschen Materialien gearbeitet, weil es schneller geht. So eine Burgenrettung ist aber eine Angelegenheit von Jahrzehnten“, sagt er.

Auch nach dem Ende des Interreg-Projektes geht es auf Falkenstein weiter. Unterstützer und Helfer sind auch im zehnten Jahr der Aktion willkommen.

Den Erhaltungsverein der Burgruine Falkenstein kann man auch unterstützen. Mit einem Jahresbeitrag von 15 Euro pro Person oder 25 pro Ehepaar kann man Mitglied im Erhaltungsverein werden oder anstelle des Mitgliedsbeitrages ist es auch möglich, ersatzweise einen Arbeitstag an den Sanierungswochenenden zu absolvieren. Anmeldung: www.hofkirchen.at

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