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Mühlviertel

Mutige Frauen kämpfen gegen illegale Waisenhäuser

Von OÖN   10. Oktober 2019 02:15 Uhr

Mutige Frauen kämpfen gegen illegale Waisenhäuser
Susanne Gahleitner ist im Vorstandsteam von Braveaurora und arbeitet mit Kindern in Ghana.

ARNREIT. Susanne Gahleitner aus Arnreit ist im Verein Braveaurora aktiv

Als Projekt junger Studentinnen vor elf Jahren im Norden von Ghana begonnen, ist "Braveaurora" heute ein landesweites Vorzeigeprojekt. Der Verein setzt sich für die Abschaffung von illegalen Waisenhäusern, die Reintegration von Kindern sowie Bildungs- und Ausbildungsinitiativen ein. Hinter der initiative stehen fünf Oberösterreicherinnen und eine Wienerin, die sich mit voller Frauenpower ehrenamtlich und mit Herzblut für die Menschen in entlegenen Dörfern in Nordghana einsetzen.

Mühlviertlerin aktiv

Susanne Gahleitner ist eine dieser Frauen. 2017 verbrachte die gebürtige Arnreiterin zehn Monate in Ghana. Als Freiwillige für den Verein Braveaurora lebte und arbeitete sie mit Dorfbewohnern. Aufgrund ihres unermüdlichen Engagements und ihrer klaren Vorstellung, wie nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit und Kinderschutz funktionieren kann, wurde sie in den Vorstand berufen.

Sozialtourismus blüht

Innerhalb von wenigen Jahren ist die Zahl der Waisenhäuser in Ghana von fünf auf 148 angestiegen. Doch was macht so viele Kinder in Ghana zu Waisen? Die Antwort lautet Armut und Sozialtourismus. "Immer mehr Freiwillige wollen in ihrem Urlaub etwas Gutes tun und sind bereit, viel Geld dafür zu zahlen. Der Verkaufsschlager: die Arbeit mit Waisenkindern. Doch mittlerweile übersteigt die Nachfrage das Angebot: daher werden Kinder aus ihren von massiver Armut betroffenen Familien gerissen und in Waisenhäuser gesteckt", erzählt Gahleitner. Die großen Gewinner dabei seien Internetagenturen, die die Aufenthalte vermitteln und kräftig abkassieren – bis zu 2000 Euro pro Aufenthalt. "Es ist mittlerweile ein Milliardengeschäft, man kann Sozialprojekte wie in einem Reisekatalog buchen", sagt Gahleitner. Der Verein Braveaurora macht hierzu aktiv Aufklärungsarbeit, um die Problematik des Sozialtourismus, insbesondere in der Betreuung von Kindern, aufzuzeigen. Das Ziel des Vereins: Kinder in ihre Familien zurückzuführen und keinen Anreiz zu schaffen, Kinder in eine Institution abzuschieben.

Perspektiven durch Bildung

Neben der Abschaffung illegaler Waisenhäuser schafft Braveaurora durch ein Ausbildungszentrum Perspektiven. "Denn besonders die hohe Armut muss bekämpft werden, damit Familien nicht so verzweifelt sind, ihre Kinder in ein Waisenhaus abzugeben, im Glauben, ihnen somit eine bessere Zukunft zu ermöglichen", ist die Mühlviertlerin überzeugt. Lokale Ausbildnerinnen geben ihr Wissen weiter, sodass Menschen in entlegenen Dörfern im Norden von Ghana unterschiedliche Berufe erlernen, wie etwa in der Bienenzüchtung, Sheanuss-Verarbeitung, Moped-Mechanik, im ökologischen Gartenanbau oder Korbflechten.

Aufklärung in Vorträgen

Gahleitner lädt ein, sich näher über das Projekt zu informieren: In einem Vortrag erfahren die Besucher mehr über den milliardenschweren Freiwilligentourismus, illegale Waisenhäuser und wie eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit funktionieren kann: Die Vorträge finden am 5. November um 19 Uhr in der Evangelische Pfarrgemeinde Linz-Urfahr, am 12. Dezember um 9 Uhr im Haus der Frau in der Linzer Volksgartenstraße und am 11. Jänner um 21 Uhr im Musik-Kulturclub Lembach statt.

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