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Mühlviertel

Fuge um Fuge wird der Verfall der Burgruine Klingenberg gestoppt

Von Bernhard Leitner  29. Juni 2020 00:04 Uhr

Fuge um Fuge wird der Verfall der Burgruine Klingenberg gestoppt
Ruheplatz im Burginneren.

ST. THOMAS AM BLASENSTEIN. Die Renovierung der Burgruine Klingenberg soll heuer ihren vorläufigen Abschluss finden.

Es ist einer von vielen kleinen Meilensteinen, der vergangene Woche bei der Renovierung der Burgruine Klingenberg gesetzt werden konnte: die Fertigstellung des LEADER-Projekts "Steinerstöckl". Nun gibt es auf der Burgruine Klingenberg einen trockenen, geschlossenen Raum für Schulklassen und Gruppen, die bei einer Führung die Ruine besichtigen. Bis vor etwa 100 Jahren war dieser Teil der Burg tatsächlich von einer Familie bewohnt. Auf diese Familie Steiner geht der Name des instand gesetzten Gebäudes zurück.

Einst eine vornehme Adresse

Doch die Anlage ist viel weitläufiger, sie erstreckt sich als Hochburg über einen zwischen den Gemeinden Pabneukirchen und St. Thomas am Blasenstein gelegenen Bergrücken.

Während der Renaissance galt Klingenberg als eine der vornehmsten Schlossanlagen in ganz Österreich. "Ruinen-Vater" Josef Strasser und seine Helfer haben in den vergangenen sieben Jahren tausende ehrenamtliche Stunden aufgewendet, um die Burg zu sichern und vor dem Verfall zu bewahren.

Fuge um Fuge wird der Verfall der Burgruine Klingenberg gestoppt
Der 24 Meter hohe Burgfried.

Neben dem 24 Meter hohen Turm und vielen hundert Laufmetern Mauerkronensicherung wurde auch der Brunnen ausgeräumt und dem Verfall entzogen. 2020 soll letztendlich auch das Jahr sein, in dem die wichtigsten Sicherungsmaßnahmen ihren Abschluss finden. So sieht es zumindest Strassers Planung für die nähere Zukunft vor.

Fuge um Fuge wird der Verfall der Burgruine Klingenberg gestoppt
Manfred Hinterdorfer und Josef Strasser vor dem überdachten Steinerstöckl.

"Burgen und Ruinen haben mich schon als kleiner Bub interessiert", sagt Strasser. Bereits vor 30 Jahren habe er damit geliebäugelt, etwas gegen den fortschreitenden Verfall der Ruine Klingenberg zu unternehmen. Zumal sich ein persönlicher Vorfahre in der Reihe ehemaliger Besitzer von Klingenberg findet. Aber erst im Jahr 2013 wurde so richtig begonnen. Seither finden laufend statische Sicherungsmaßnahmen am bröckelnden Mauerwerk aus der Romanik (nach 1160), der Gotik (ab 1400) sowie der Renaissance (ab 1600) statt.

Es vergeht kaum ein Tag, den der Bad Zeller Arzt nicht teilweise in Klingenberg verbringt. "Die Burgruine ist mir ein Herzensanliegen, und bei allen bisherigen Bauabschnitten war mir nie eine Arbeit zu blöd. Man muss ein handwerklicher Allrounder sein, sonst wird so eine Sanierung ohnehin nichts", sagt Strasser. Der Rückblick auf die geleistete Arbeit löse in ihm schon so etwas wie ein Glücksgefühl aus: "Eigentlich ist in sieben Jahren wesentlich mehr geschehen, als ich mir einst erhofft hatte."

Fuge um Fuge wird der Verfall der Burgruine Klingenberg gestoppt
Seit sieben Jahren wird die Burgruine Klingenberg renoviert.

Öffentlich zugänglich ist derzeit nur die Außenanlage – etwa über den Burgen- und Schlösserweg, der an Klingenberg vorbeiführt. Aufgrund baubehördlicher Bestimmungen ist das Innere nur in Begleitung mit einem Vereinsmitglied zu besichtigen. Wer an einer Führung durch die Burgruine Interesse hat, kann sich jederzeit telefonisch bei Josef Strasser unter 0664/1755520 melden.

Artikel von

Bernhard Leitner

Lokalredakteur Mühlviertel

Bernhard Leitner
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