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Abschiebung angekündigt: Dramatische Szenen im Ortszentrum von Mauthausen 

MAUTHAUSEN. 30 Personen demonstrierten am Mittwoch gegen die Verlegung eines in Mauthausen lebenden Flüchtlings in ein Ausreisezentrum.

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Sie hatten bunte Luftballon mitgebracht mit Aufschriften wie „Menschlichkeit - Wo?“, sangen Gospels und hatten Tränen in den Augen. Es waren berührende Szenen die sich am frühen Mittwochnachmittag im Ortszentrum von Mauthausen abspielten. Etwa 30 Personen hatten sich anlässlich der per Bescheid verordneten Überstellung des aus dem Irak stammenden Flüchtlings Bilal Ali Husseini nach Fieberbrunn versammelt. Von dort aus soll die Abschiebung des Asylwerbers vorbereitet werden. Eine Abschiebung, die im Ort auf großes Unverständnis stößt. „Bilal ist ein sehr zugänglicher, fleißiger, ehrlicher und liebenswerter Mensch, der in seiner Heimat um sein Leben bangen musste - und dem dort große Gefahr droht“, sagte Josef Katzlinger, einer der Kundgebungsteilnehmer. 

Während man sich reihum von Bilal verabschiedete, ihn ein letztes Mal umarmte, zitierte Cilli Fürst aus die Tageslesung aus der Bibel, Buch Jesaja: „Der Herr hilft seinem Volk. Er hat Erbarmen mit den Unterdrückten.“ Man habe in den vergangenen Monaten getan, was man tun konnte, um Bilals Abschiebung zu vermeiden, sagte Fürst danach an die versammelte Runde. Noch während der sichtlich gerührte Iraker sich für die erfahrene Mitmenschlichkeit bedanken wollte, kam ein Anruf: Die Verlegung nach Fieberbrunn wird vorerst ausgesetzt. Jubel brandete auf. Tränen - dieses Mal der Freude - waren in vielen Gesichtern zu sehen.

Aufatmen auch bei Hans Hinterplattner, der sich in den vergangenen Monaten sehr für Bilal al Husseini einsetzte. Er hofft weiter darauf, dass der negative Asylbescheid aufgehoben wird. Denn: „Da wurden so viele inhaltliche Fehler gemacht. Offenbar hat man ihn mit jemand anderem verwechselt.“ 18 Punkte habe er in einem Brief an das Asylamt aufgelistet, um das zu untermauern. Wie lange die Verlegung nach Fieberbrunn aufgeschoben ist, weiß in Mauthausen noch niemand. Man werde sich aber weiterhin für den Mann aus dem Irak einsetzen, sagt Hinterplattner: „Er ist ein Opfer des politischen Systems. Das war bei ihm daheim im Irak so - und leider ist er es auch in Österreich.“

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Artikel lebe 03. April 2019 - 16:43 Uhr
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