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Mühlviertel

Wo das "Heberte" zu spüren war

Von Karlheinz Sandner   03. Januar 2017 01:04 Uhr

Wo das "Heberte" zu spüren war
Dirigent Christian Germain führte das Freistädter Orchester durch einen bewegenden Konzertabend.

FREISTADT. Die Junge Philharmonie Freistadt startete höchst erfolgreich in ihr Jubiläumsjahr.

30 Jahre musikalisch zu säen und immer wieder schöne Ernten einzufahren: Das gelang der Jungen Philharmonie Freistadt, verstärkt mit einigen erfahrenen Musikern und bestens von Konzertmeister Hermann Haider vorbereitet, einmal mehr bei ihrem Silvesterkonzert am Samstag im Salzhof Freistadt.

Das Programm bot ein breites Spektrum angenehm ins Ohr gehender Kompositionen. Die Vielfältigkeit des Orchesters gleich zu Beginn herausfordernd, führte Dirigent Christian Germain mit rassigen Melodien aus der Carmen-Suite nach Spanien. Das alte Jahr vergessen ließ unter anderem auch der Lagunenwalzer von Johann Strauss. Dabei debütierten die Geigerinnen Anna Maria Lengauer (12) und Felicitas Matzinger (11). Ida Wöran war zum zweiten Mal dabei. Sie zeigten sich als vielversprechende Talente.

Talente im Rampenlicht

Mit klangmalerisch effektvoller Interpretation begeisterte Dominik Denkmayr mit einem Violinensolo in Bériots "Scéne de Ballet". Unbekümmert signalisierte er dabei: "Ihr werdet noch mehr von mir hören!" Daheim in allen Stil- und Spielarten der musikalischen Welt geleitete Christian Germain das Orchester über Josef Strauss’ "Die Schwätzerin" zur schnellen Polka "Leichtes Blut" von Johann Strauss Sohn. Hier glückte dem Orchester jene temporeiche, zum Tanz ermutigende Interpretation, von der der Komponist sagte, man müsse in seinen Werken das "Heberte" spüren: Das, was dich aus dem Sessel hebt.

Mit Brahms drei "Ungarischen Tänzen" gelang im zweiten Teil ein solider Abstecher ins Nachbarland. Danach ging es, gefühlvoll begleitet von Harfenistin Sophie Knapp, zu Ziehrers "Weaner Madln", zurück in die Kaisermetropole. Das Publikum dabei mitpfeifen zu lassen, war ein netter Gag.

Große Aufmerksamkeit gewann die "Pizzicato-Polka" und "Unter Donner und Blitz" sollte das Publikum entlassen werden. Jedoch, an der Schwelle zu seinem 150-Jahre-Jubiläum durfte eines der berühmtesten Werke der musikalischen Weltliteratur nicht fehlen: Der am 15. Februar 1867 in Wien-Leopoldstadt uraufgeführte Donauwalzer von Johann Strauss Sohn. Aus einem einfachen "alpenländischen" Dreiklang jene geniale Melodie "herausfließen" zu lassen, die so zu Herzen geht, gelang dem Orchester auch mit Bravour. Der Radetzky-Marsch war schließlich der gemeinsame musikalische Abschluss – nicht nur Klischee, sondern absolutes Muss.

Das Strauss’sche "Heberte" war als Applaus mit "Standing Ovations" auch zu sehen. Er galt dem Orchester als Dank für diesen beschwingten Abend und darüber hinaus allen Verantwortlichen (samt den Talenteschmieden in den Landesmusikschulen) für 30 Jahre künstlerische Aufbau- und Vereinsarbeit.

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