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Mühlviertel

Unter dem Marktplatz wird kontaminiertes Wasser sauber gespült

Von Von Bernhard Leitner   06. Juni 2018 14:06 Uhr

Altlast Schwertberg
Bürgermeister Max Oberleitner, die BALSA-Projektleiter Gerald Luschin und Herbert Haunschmied sowie Terra-Geschäftsführer Hans Peter Weiß.

SCHWERTBERG. Sanierung einer Altlast mitten im Ortszentrum fordert Techniker, Baufirmen und Politik. Die Bauarbeiten für den Aufbau eines Spülsystems wurden erfolgreich beendet.

Groß angelegte Grabungsarbeiten und damit einher gehende Verkehrsbehinderungen haben in den vergangenen Wochen die Bewohner und Geschäftsleute rund um den Schwertberger Marktplatz erdulden müssen. Der Grund dafür ist die angelaufene Sanierung einer Umwelt-Altlast am Marktplatz: Auf dem Areal einer ehemaligen Putzerei wurden erhebliche Verunreinigungen des Grundwassers mit chlorierten Kohlenwasserstoffen – Rückständen aus dem Putzereibetrieb in den 1970er Jahren – festgestellt. Da die Oberfläche rund um das Putzerei-Areal nahezu vollständig bebaut ist, wird die Sanierung über ein unterirdisches Spülsystem umgesetzt. Dafür musste ein Rohrsystem zwischen Marktplatz, Gemeindeamt und Hauptstraße errichtet werden.

„Der Zeitplan für die Bauarbeiten war straff, denn wir wollten die Behinderungen so kurz wie möglich gestalten. Dank des Einsatzes der beauftragten Unternehmen Habau und Terra Umwelttechnik hat der Zeitplan aber gehalten und die Bauarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen“, sagte Schwertbergs Bürgermeister Max Oberleitner am Mittwoch bei einem Lokalaugenschein.

Während es also an der Oberfläche wieder ruhig geworden ist, läuft die Sanierung der Altlast nun für den Betrachter unsichtbar unterirdisch weiter. Mit Hilfe eines Entnahmebrunnens am südlichen Ende des ehemaligen Putzerei-Gebäudes, in Fließrichtung des Grundwassers, wird pro Sekunde ein Liter Wasser abgepumpt und über das Leitungssystem zum Technik-Container hinter dem Gemeindeamt geleitet. „Hier wird das entnommene Wasser in einer Filteranlage vollständig gereinigt und dann über einen weiteren Brunnen wieder dem Grundwasser zugeführt“, erklärt BALSA-Projektleiter Gerald Luschin. Dies geschieht vollautomatisch. „Bei der Menge des rückgeführten Wassers nimmt die Anlage auch auf den Grundwasserspiegel Rücksicht. Steigt der Spiegel, wird das gereinigte Wasser in ein Bachbett ganz in der Nähe geleitet“, ergänzt der stellvertretende Projektleiter Herbert Haunschmied.

Zumindest drei Jahre wird die unterirdische Spülung des Wassers im Marktzentrum durchgeführt. Kontinuierlich gezogene Wasserproben aus insgesamt 13 im Marktzentrum verteilten Entnahmestellen dokumentieren den Fortgang der Sanierung. In Absprache mit der Umweltabteilung des Landes wird entschieden, wann das Areal so weit gesäubert ist, dass die Sanierung beendet werden kann. Die Fläche der Altlast beträgt rund 700 Quadratmeter. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf zwei Millionen Euro und werden vom Altlastensanierungsfond der Republik getragen.

Die Gemeinde Schwertberg hat die Grabungsarbeiten auch dafür genutzt, die Infrastruktur rund um den Marktplatz zu verbessern: Glasfaser-Datenkabel wurden deshalb ebenso mitverlegt wie Stromkabel. „Außerdem haben wir mehrere Bodenverteiler gesetzt, die die Stromversorgung bei Veranstaltungen am Marktplatz vereinfachen“, sagt Bürgermeister Oberleitner. Den mit einer auffälligen Metallfassade versehenen Container beim Gemeinde-Parkplatz, in dem die Filtersysteme untergebracht sind, wird die Gemeinde übrigens nach Beendigung der Sanierung behalten. Er soll fortan als Lagerfläche für Standln für den Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen genutzt werden.

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