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Tschechien arbeitet mit Hochdruck an böhmischem Hochficht-Verbindungslift

AIGEN/KLAFFER/OBERPLAN. Gäste aus Tschechien sind ein fixer Bestandteil in der Bilanz der Hochficht-Bergbahnen. Seit Jahren wird über eine Anbindung des Skigebietes von südböhmischer Seite diskutiert. Nun scheint tatsächlich Schwung in die Planungen zu kommen.

Hochficht

Der Hochficht gehört zu den größten Skigebieten Oberösterreichs. Bald könnte eine Erweiterung nach Tschechien Wirklichkeit werden. Bild: OÖ Tourismus

Große Freude darüber herrscht vor allem in Südböhmen. Im Mühlviertel gibt man sich abwartend, seitens des Naturschutzes wird das Projekt grundsätzlich abgelehnt. Oberplans Bürgermeister Jiri Hulka ist überzeugt, dass man der Realisierung des Projektes so nah wie noch nie ist. Laut Hulka sei in Tschechien der Startschuss für die Vorstufe einer Baugenehmigung (EIA-Prozess) gefallen. In diesem Prozess wird untersucht, welche Auswirkungen die Verwirklichung der Baupläne auf die Natur im Böhmerwald hätte. Diese ist nichts weniger als ein UNESCO-Biospähren-Reservat. Vier Varianten werden geprüft. Vom einfachen Schlepplift bis zur Sesselbahn mit Aussichtsrestaurant auf dem Reischlberg sei alles möglich (Kasten). Ein Budweiser Architektenbüro hat entsprechende Pläne bereits vorgestellt.

Vom Umweltministerium gab es in Absprache mit dem ehemaligen Nationalparkdirektor Jan Strasky grünes Licht – trotz heftiger Proteste von Naturschutzorganisationen. Die südböhmischen Gemeinden erwarten sich vor allem einen wirtschaftlichen Aufschwung durch mehr Tourismus.

Neue Protestwelle erwartet

Obwohl dem Ansinnen des oberösterreichischen Umweltanwaltes Martin Donat nach einer EU-Umweltverträglichkeitsprüfung eine Absage erteilt wurde, gilt eine neuerliche Protestwelle als sicher. Donat: „Wir leben in Europa und entscheiden wie in zwei Königreichen.“ Schließlich müsse man auf einen südböhmischen Hochficht-Zubringer auch im Skigebiet selbst mit einem Ausbau reagieren. Seitens der zur Schröcksnadel-Gruppe gehörenden Hochficht-Bergbahnen gibt man sich abwartend: Geschäftsführer Gerald Paschinger will erst den Ausgang des Verfahrens abwarten.

 

Vier Varianten werden geprüft

Variante A: Der umfangreichste Eingriff und bei Umweltschützern die umstrittenste Variante mit einer 2,7 Kilometer langen Seilbahn. Dazu kommen eine 2,8 Kilometer lange Rettungspiste, ein Parkplatz und eine Zufahrtsstraße von Nova Pec. Die untere Seilbahnstation ist mit 7840 Quadratmeter projektiert. Die obere Station mit Aussichtsrestaurant hätte knapp 1000 Quadratmeter. Geplant ist auch eine Beschneiungsanlage mit Wasserspeicher.

Variante B: Bergstation mit Restaurant und Turm.

Varianten C und D: Berg- und Talstation mit je 58 Quadratmetern.Varianten B/C/D: Seilbahn, Pisten, Talstation und Parkplätze sowie Zufahrt aus Nova Pec sind identisch mit der umstrittenen Variante A.

Variante D: Neben Wasser, Kanal, Gas und Strom kommt eine Beschneiungsanlage samt Speicherteich dazu.

 

Altes Restaurant und Kassengebäude im Hochficht-Zentrum haben ausgedient

Am Wochenende startete die Skisaison auf dem Hochficht. Gestern waren bereits fünf von zehn Liften geöffnet. Bereits jetzt laufen aber schon die Planungen für die nächste Saison. Das alte Kassengebäude sowie das Restaurant haben ausgedient. In den 70er-Jahren errichtet, entsprechen sie nicht mehr den heutigen Standards. Vor allem wegen der rasanten Entwicklung des Skigebietes vom Schleppliftgebiet hin zu einem leistungsfähigen Alpin-Zentrum ist ein Neubau nötig. Das Planungs und Genehmigungsverfahren läuft bereits. Eigentümer der Anlagen sind die Schröcksnadel-Gruppe und das Stift Schlägl (jeweils 50 Prozent). Schon nach dem Ende der laufenden Saison könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Pläne in der Schublade

Obwohl man sich bei den Hochficht-Bergbahnen zurückhaltend gibt, liegen längst auch schon die Pläne für den Ausbau des Reischelberges in der Schublade. Diese könnten aber auch unabhängig davon, ob der böhmische Zubringerlift kommt oder nicht, umgesetzt werden. Die Haltung bei den Eigentümern zu den tschechischen Plänen ist seit Jahren unverändert. Man nimmt eine passive Beobachterrolle ein. Sind alle Genehmigungen da, will man natürlich gemeinsam mit Südböhmen das Beste für den Hochficht herausholen. Derzeit konzentriert man sich aber auf die eigenen „Hausaufgaben“.

www.hochficht.at

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Artikel OÖN 10. Dezember 2012 - 00:04 Uhr
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