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Regionalpolitik neigt mehrheitlich zum Bau des Pumpspeichers Riedl

PASSAU/ENGELHARTSZELL. Noch ist nichts entschieden: Geht man jedoch vom Abstimmungsergebnis jener zwei Kreistagsausschüsse aus, die sich zuletzt mit dem geplanten Bau des Pumpspeicher-Kraftwerks Riedl befassten, stehen die Chancen für eine Realisierung durchaus gut.

Regionalpolitik neigt mehrheitlich zum Bau des Pumpspeichers Riedl

Das Pumpspeicherkraftwerk Riedl beschäftigt die Politik in Oberösterreich und Bayern. Bild: Jochenstein AG

Fürs Erste hat das 15:2-Abstimmergebnis für die Realisierung des Millionenprojekts jedoch wenig zu besagen. Die endgültige Entscheidung wird das Regionalparlament Kreistag erst am 28. April treffen.

Bis dahin steht ein sogenannter Empfehlungsbeschluss zur Diskussion. In diesem Papier wird festgehalten, dass der Umstieg in der Energieversorgung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien eine Herausforderung sei, der sich auch der Landkreis Passau zu stellen habe.

Wörtlich heißt es: „Gerade in den vergangenen Jahren konnte dies durch die Realisierung von Photovoltaik in einem Umfang vorangetrieben werden, der der Region bundesweit einen Spitzenplatz einnehmen lässt. Allerdings darf in diesem Zusammenhang nicht verkannt werden, dass regenerative Energie nicht immer dann zur Verfügung steht, wenn sie benötigt wird.“ Deshalb sei es im Hinblick auf eine glaubwürdige und nachhaltige Nutzung von regenerativen Energien unverzichtbar, dass entsprechende Speicherkapazitäten geschaffen werden.

Empfehlungsbeschluss

Selbstverständlich wird in dem Papier auch festgehalten, dass für die Errichtung von Energiespeichern die entsprechenden topographischen und geologischen Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Diesbezüglich, so die Ausschussmitglieder in ihrem Empfehlungsbeschluss, sei festzustellen, dass für den Standort Riedl günstige Ausgangsdaten vorhanden seien. Laut dem Papier sehe der Landkreis Passau im geplanten Energiespeicher Riedl auch einen Zusammenhang zu seiner Energie- und Klimapolitik.

In Punkt vier des Empfehlungsbeschlusses heißt es wortwörtlich. „Allerdings ist unverzichtbar, dass eine grundsätzliche Zustimmung unter die Maßgabe gestellt wird, dass negative Auswirkungen, insbesondere auf den Naturraum, möglichst vermieden bzw. reduziert werden und darüber hinaus sichergestellt ist, dass Eingriffe in die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe sowie Natur und Landschaft ausgeglichen werden können.“

Im Gesamten wird das Projekt positiv bewertet.

 

Großprojekt Pumpspeicher

Das Pumpspeicherkraftwerk soll im bayerischen Riedl, vis-à-vis der Donaugemeinde Engelhartszell, errichtet werden. Zweck des direkt neben dem bestehenden Laufkraftwerks Jochenstein geplanten Projekts ist es, Strom-Produktionsschwankungen auszugleichen.
Zu Zeiten erhöhten Strombedarfs sollen rund 80.000 Liter Wasser pro Sekunde aus einem künstlichen See über der Donau einen unterirdischen Schrägschacht zu zwei Turbinen hinab gejagt werden, die insgesamt 300 Megawatt Leistung bringen sollen. Ist dagegen „überschüssiger“ Strom im Netz, sollen mächtige Pumpen Wasser aus der Donau durch die Rohre den Hang hinauf befördern, um den See zu befüllen. Letzterer soll rund 4,3 Milliarden Liter fassen.

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Artikel OÖNachrichten (ho) 15. Februar 2011 - 00:04 Uhr
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