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Mühlviertel

Leonfeldnerbier: Nach fast 100 Jahren wird am Stadtplatz wieder gebraut

Von Thomas Fellhofer   24. Juli 2015 00:04 Uhr

Nach fast 100 Jahren Pause wird wieder Bier gebrau
Richard Mühleder und Gerald Weixlbaumer brauen ihr eigenes Leonfeldnerbier.

BAD LEONFELDEN. Die Tradition des Bierbrauens lassen Richard Mühleder und Gerald Weixelbaumer in der Kurstadt aufleben. Sie wollen mit Mut und Kreativität neue Geschmackserlebnisse schaffen.

Eine Stadt ohne Brauhaus war noch vor 100 Jahren unvorstellbar. Bis 1920 wurde auch in Bad Leonfelden noch Bier gebraut. Seither befand sich die Kurstadt im Hopfen-Vakuum zwischen Freistadt und Schlägl. Zwei Leonfeldner lassen nun die Tradition des Brauens wieder aufleben: Richard Mühleder und Gerald Weixlbaumer haben "leonfeldnerbier.at" gegründet und brauen im Stadtzentrum. Leonfeldnerbier entsteht nicht in einem großen Sudhaus, sondern in Handarbeit und in kleinen Chargen – ein echtes Kreativbier eben. "Wir wollen mit Kreativität und Mut neue Geschmackserlebnisse kreieren. Bier muss natürlich schmecken, es darf aber auch überraschen", sind sich die zwei Neo-Brauer einig. Nur 200 Liter gibt es pro Sud, das Ganze unfiltriert und in der Flasche vergoren.

Mühlviertler Craftbier

Die Rohstoffe sind hochwertig und in Bio-Qualität, das Wasser kommt direkt vom Sternstein – Craftbier aus dem Mühlviertel eben. Doch wie kommt man auf die Idee, Bier zu brauen: Gerald Weixlbaumer schätzt seit jeher Biere regionaler, privater Brauereien, sofern sie möglichst herb und gut gehopft sind. "Irgendwann hab ich mich gefragt, ob ich das auch kann. 2010 habe ich dann mit einem kleinen Heimbrau-Set ein Pils gebraut. Glücklicherweise fanden sich in Weixlbaumers Wahlheimat Bad Leonfelden "ein ganzer Haufen Bier-Narrischer" und er trat 2012 in das Bierkomitee der Bad Leonfeldner Freibrauer-Loge ein. Wie ein gutes Bier, reifte auch in Geralds Kopf nach und nach eine Idee. Nämlich die, eine eigene Kleinbrauerei zu gründen. Und weil sich tatsächlich ein Mitstreiter fand, wurde die Idee heuer Wirklichkeit. Dieser Mitstreiter – ebenfalls ein Leonfeldner Freibrauer – ist der leidenschaftliche Schwarzbier-Brauer Richard Mühleder. Er braut sein eigenes Bier aus zwei Gründen: "Das liegt am Geschmack der Einheitsbiere aus den Großbrauereien und an der Lust auf neue Geschmackserlebnisse", sagt er. Schon im Jahr 2003 stand nach einem niederschmetternden Brauereibesichtigungs- und Verkostungserlebnis für ihn fest: "Das kann ich besser." Von nun an wurde hobbymäßig gebraut. Einmal mit mehr, dann wieder mit weniger Zuspruch bei seinen Freunden. Aus dieser Zeit stammt auch sein Leitspruch: "Waun’s wen net schmeckt, dann sauf i ma’s hoit söwa." Mit seinem handwerklichen Geschick und seinem technischen Verständnis ist Mühleder in erster Linie zuständig für den Ausbau und der Instandhaltung der Brauanlage.

Wie Bier aus Leonfelden schmeckt, können Interessierte beim Stadtfest am 1. und 2. August herausfinden, wo leonfeldnerbier.at mit einem Stand vertreten sein wird. 

www.leonfeldnerbier.at

 

Spezialbier: Schlägl Tripel in limitierter Auflage
Des Braumeisters Versuchskessel

Spezialbier: Schlägl Tripel in limitierter Auflage

Mit dem „Tripel“ interpretieren die Schlägler Chorherren die traditionelle Abtei-Bier-Rezeptur aus der Stiftsbrauerei mit Einflüssen der typisch belgischen Bierspezialitäten. „Der runde Körper dieses Starkbieres legt sich samtig weich auf Zunge und Gaumen. Sein besonderer Geschmack setzt sich zusammen aus einer harmonischen Mischung von Honignoten, den leichten Aromen exotischer Früchte und zarten Malzaromen“, so beschreibt Braumeister Reinhard Bayer das Schlägl Tripel. 20 Monate reifte das Bier in den Kellern des Stiftes.

Als Ergänzung zum traditionellen Abtei-Bier ist das Tripel ab sofort in limitierter Auflage zu haben. Das Tripel entstand in der drei Hektoliter fassenden Versuchsbrauerei. Auf dieser „Spielwiese“ kann sich der Braumeister austoben.

 

Mühlviertel ist die BierWeltRegion

Als BierWeltRegion stellt sich das Dreiländereck Mühlviertel-Niederbayern-Südböhmen ab Jänner 2016 in die touristische Auslage. Im Brauhaus Freistadt diskutierten dazu am Dienstag 40 Vertreter von Brauereien, Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben, Tourismusverbänden und Hopfenbauern aus dem Mühlviertel über konkrete Maßnahmen, die diese WeltRegion mit Leben füllen sollen. Werner Pürmayer und Christian Naderer stellten die Vision hinter diesem Projekt vor: Bier in den kommenden Jahren grenzübergreifend und auf vielfältige Art erlebbar zu machen. Das wird nicht nur in den Brauereien möglich sein, sondern auch bei den Hopfenbauern, die mit ihrem wertvollen Rohstoff nicht nur Brauereien im Mühlviertel beliefern.

Gastronomiebetriebe, die sich besonders für den verantwortungsvollen Biergenuss einsetzen, finden sich zukünftig im Verein Mühlviertler Wirtshauskultur zusammen, um das Thema kulinarisch umzusetzen.

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