Lade Inhalte...

Mühlviertel

Junger Luchs als Botschafter unterwegs

04. März 2015 00:04 Uhr

Mit Meister Pinselohr auf Tuchfühlung: Junger Luchs als Botschafter unterwegs
Die Kinder freundeten sich schnell mit dem jungen Luchsmännchen an - dieses genoss die Streicheleinheiten

AUBERG. Normal ist der Luchs als größte Wildkatze Europas ein nachtaktiver Einzelgänger, den ein Mensch so gut wie nie zu Gesicht bekommt.

Er bevorzugt dichte Wälder und hält sich tagsüber versteckt. Nicht so Blondie – er ist zwar erst neun Monate alt, aber schon ein prominenter Vertreter seiner Gattung, für die er als Botschafter unterwegs ist. In einem Zoo bei Prag geboren, wurde der junge Luchs mit der Flasche aufgezogen. Er ist zutraulich und kann gestreichelt werden. Auch für Thomas Engleder vom Luchsprojekt Österreich-Nordwest war es eine Premiere, als Blondie und seine Betreuer Jiri und Martin am Unterkagererhof in Auberg zu Gast waren. Die tschechischen Naturschützer tingeln mit Meister Pinselohr seit Wochen durch Tschechien und die Nachbarländer, um das Bewusstsein bei den Menschen für seine Artgenossen zu schärfen, denn der Luchs stößt nicht allerorts auf Gegenliebe. 5000 Kontakte konnte Blondie schon knüpfen, dazu kommen Auftritte im Fernsehen und Geschichten in den Zeitungen. Auch am Unterkagererhof in Auberg ist die Begeisterung groß und Jung und Alt wollen die überdimensionale Schmusekatze streicheln.

Ansiedelung im Böhmerwald

Bereits seit den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts arbeiten Naturschützer daran, den Luchs im Böhmerwald wieder anzusiedeln und ihm einen Teil seines ehemaligen Lebensraumes wieder zurückzugeben. "Wir wissen, dass im Luchsjahr 2013/2014 61 selbstständige Luchse im Böhmerwald unterwegs waren – allerdings reicht dieses Gebiet von der Oberpfalz bis in die Wachau, denn Luchse sind richtige Weitwanderer", sagt Thomas Engleder. Ein Bestand von 300 Tieren könnte langfristig überleben, deshalb ist diese Zahl das Ziel. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Luchse aus dem Böhmerwald mit jenen in den Alpen verbinden.

Zwar ist der Luchs geschützt, doch wird er mitunter auch manchmal illegal gejagt. Auch Verkehrswege zerschneiden Wanderrouten. Abhilfe sollen hier die nicht unumstrittenen Wildtier-Korridore schaffen, die Lebensräume verbinden.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Mühlviertel

0  Kommentare expand_more 0  Kommentare expand_less