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FREISTADT. Die Junge Philharmonie Freistadt überzeugte bei zwei ausverkauften Neujahrskonzerten sowohl mit Wohlbekanntem als auch mit musikalischen Raritäten.

Junge Philharmonie FR

Dirigent Christian Germaine leitete ein rundum gelungenes Neujahrskonzert. Bild: Junge Philharmonie

Wäre die Junge Philharmonie Freistadt ein börsenotiertes Unternehmen, dann hieße die Empfehlung der Analysten angesichts der stabilen Kursentwicklung mit dem künstlerischen Leiter Hermann Haider unbedingt zumindest „Halten“ der Aktie. Von dieser fiktiven positiven Bewertung konnten sich am 31.12.2018 die Besucher in zwei ausverkauften Silvesterkonzerten im Salzhof überzeugen.

Es wurde ein Programm arrangiert, das auch Raritäten ihren Platz verschaffte, um den talentierten jungen Musikern die Chance zu geben, sich gedeihlich zu entfalten. Dass von den aufgebotenen Komponisten drei auch als Militärkapellmeister wirkten, passte in die Garnisonsstadt Freistadt.

Am Dirigentenpult stand zum dritten Mal Christian Germaine, der nebstbei mit humorvollen Anekdoten unterhielt. Er zeigte sich als „Primus inter Pares“, der sein Metier souverän beherrscht, zudem gutes G´spür für den Wiener Walzer hat, dem das „1-2-vielleicht 3“ spürbar ins Orchester zu übertragen gelang. Er hatte durch die altersmäßig zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen keine leichte Aufgabe, jedoch damit einen beachtlichen Klangkörper geformt.

Diesen genossen die Zuhörer vorerst beim rasanten „Nechledil-Marsch“ von Franz Lehár, dem (Mit)Begründer der sogenannten Silbernen Operettenära, ehe es zu Johann Strauss´ sensiblem Walzer „Künstlerleben“ und „Im Sturmschritt“ weiter zu Johann Strauss Sohn und seiner „Studentenpolka“ ging. Melodische Vielfalt bot der Konzertwalzer „Donauwellen“ des rumänischen Komponisten Josef Ivanovici. Mit „Winterlust“ führte Josef Strauss in die Pause – zum Durchatmen, denn der erste Teil war sehr hohem, technisch herausforderndem Tempo verschrieben.

Einschmeichelnd verführte anschließend „Die schöne Galathée“, vom Schöpfer der Wiener Operette Franz von Suppé, die Zuhörer und bei Josef Strauss´ Polka „Brennende Liebe“ konnte man sich an verflossene Zeiten erinnern. Jedoch der „Vaterländische Marsch“ von Johann und Josef Strauss holte die Besucher rasch aus den Träumen zurück. Mit „Danse diabolique“ des Wiener Komponisten Josef Hellmesberger beschlossen die 41 Musikerinnen und Musiker schwungvoll den offiziellen Teil. Donauwalzer und Radetzkymarsch waren – so wie sich´s gehört! – vielbeklatschte Abschiedsgeschenke. Dass diesmal keine namhaften Solisten und Solistinnen – vokal oder instrumental – dem Abend einen besonderen Glanz verliehen, ist aber schade.

Wenn der Obmann der Jungen Philharmonie, Prof. Prim. Dr. Hofer, in seinen Begrüßungsworten ein besonderes Konzert versprach, so konnte dies sein Orchester verwirklichen. Die Besucher erlebten ein hoffnungsvolles Hoch der Aktie JPh, sodass die Empfehlung nur auf „Kaufen“ lauten kann. Wozu beim nächsten Konzert am 3. Juli 2019 risikolos Gelegenheit wäre.

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Artikel Karlheinz Sandner 02. Januar 2019 - 10:01 Uhr
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