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Mühlviertel

Eine witzige, widerspenstige und gar wundervolle Weiberwirtschaft

Von Von Bernhard Leitner   06. November 2017 09:51 Uhr

Josefa Weber (G. Huber-Lichtblau) feiert einen späten Triumph vor den Augen von Mutter und Schwestern. (Dilettanten)

GREIN. Das Ensemble der Dilettantengesellschaft kredenzt mit "Die Weberischen" ein Theater-Schmankerl

Er tritt nie persönlich auf, wird nur musikalisch angedeutet: Dennoch dreht sich in Felix Mitterers „Die Weberischen“ alles um Wolfgang Amadeus Mozart. Besser gesagt, um die Familie seiner Frau Konstanze, ihrer drei Schwestern Aloisia, Josefa und Sofie sowie Mutter Cilly Weber. Wie sich die Wege der fünfköpfigen Weiberwirtschaft mit dem anfangs noch belächelten Musik-Genie („ein blatternarbiger Zwerg“) immer wieder kreuzen, das fasst die Dilettantengesellschaft Grein in zwei großartigen Theater-Stunden mit Spielwitz, aber auch Tiefgang zusammen. 

Regisseurin Doris Happl (Theater in der Josefstadt) hält nicht nur den Spielfluss in Schwung, sondern zeichnet auch berührende Charakterbilder: Hier die selbstverliebte Sängerin Aloisia (Astrid Zehetner), dort die kindlich-naive Sofie (Melanie Schuhbauer), das kratzbürstige Glamour-Girl Konstanze (Andrea Lehner) und schließlich die praktisch-geerdete Josefa (Gabriele Huber-Lichtblau), die letztendlich bei der Uraufführung der Zauberflöte als „Königin der Nacht“ den größten Erfolg in der Familie feiert. Hier gab es völlig zurecht Sonderapplaus aus dem Publikum für Huber-Lichtblaus gesangliche Leistung. Zusammengehalten wird diese von Talent und Schwärmerei geprägte Familienbande durch Mutter Cilly, die Franz Reiter in einer Mischung aus Gluckhenne und Puffmutter kongenial verkörpert. Da wird um lukrative Engagements gerangelt und jede Liebschaft penibel geprüft, denn Cilly Weber weiß sehr wohl: „Erst mit dem Segen der Kirche wird die Lust legitim!“ 

Dabei kommt der Musik eine weit mehr als bloß aufhübschende Funktion in der Inszenierung zu: Es geht zu Herzen, wenn die unglücklich verliebte und an den Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs leidende Sofie „I mecht land’n“ von Maria Bill schmachtet. Live gespielte Mozart-Ausschnitte bis hin zu Wanda bestimmen den musikalischen Begleitbrief dieser Aufführung. So verfolgt das Publikum staunend den Aufstieg Mozarts und die Bemühungen der Weberischen Frauen, daran finanziell ebenso wie emotional teilzuhaben. Eine Produktion, die man wohl noch lange in positiver Erinnerung halten wird. Rasch Karten sichern! 

„Die Weberischen“, Stadttheater Grein. Zehn Aufführungen bis zum 2. Dezember. Alle Termine auf www.dilettanten.at; Kartenvorverkauf: Buchhandlung Grünsteidl, Grein 07268 / 373.

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