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"Dass sich die Mühle und ich gefunden haben, war Schicksal"

ST. THOMAS AM BLASENSTEIN. Denkmalpreis 2015: Der Linzer Michael Leimer hat die Riegelmühle in St. Thomas am Blasenstein mit viel Liebe zum Detail zu einem liebenswerten Rückzugsort geformt.

"Dass sich die Mühle und ich gefunden haben, war ein Wink des Schicksals"

Die Riegelmühle in St. Thomas am Blasenstein Bild: Frühwirth

Für die Instandsetzung der Riegelmühle an der Gemeindegrenze von St. Thomas und Pabneukirchen wurde Michael Leimer mit dem Denkmalpreis des Landes ausgezeichnet. Im Lauf der Sanierung hat der Linzer Unternehmer seine Liebe zum Mühlviertel entdeckt.

 

Die Riegelmühle zu finden, ist für Ortsunkundige fast unmöglich. Wie haben Sie dieses Haus entdeckt?

Das war an einem Wintertag vor acht oder neun Jahren. Ich wollte einen Freund in der Gegend besuchen und bin mit dem Auto im Schnee hängen geblieben. Ein Bauer hat das Auto mit dem Traktor abgeschleppt und als wir da so plauderten, hat er mir von der Mühle erzählt, die zum Verkauf stand. Ich war gleich davon fasziniert und wollte mir sie ansehen. Obwohl mich der Bauer gewarnt hat, dass ich bei der Anfahrt sicher Probleme haben würde, bin ich hin – und erneut hängen geblieben. Er musste mich an diesem Tag zwei Mal herausziehen. Aber von da an hat mich die Mühle so fasziniert, dass ich sie wenig später tatsächlich gekauft habe. Dass sich die Mühle und ich gefunden haben, war also ein Wink des Schicksals.

Haben Sie als neuer Besitzer geahnt, was Sie an Arbeit erwartet?

Ich habe beruflich schon einige Projekte federführend begleitet wie die Restaurierung des Schlosses Ennsegg oder auch das Wimmer-Medien-Haus auf dem Welser Stadtplatz. Diese Erfahrung war natürlich sehr hilfreich. Ich habe mich deshalb auch gleich an das Bundesdenkmalamt gewendet, um mein Vorhaben abzustimmen. Lustig war eines: Die Mühle stand damals noch gar nicht unter Denkmalschutz. Die war wegen ihrer abgelegenen Lage schlicht übersehen worden. Ich habe den Antrag auf Unterschutzstellung dann selbst gestellt.

Wie lief die weitere Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt?

Da kann ich eigentlich nur Positives dazu sagen. Natürlich braucht die Restaurierung eines Hauses aus dem 18. Jahrhundert viel Zeit, Geld und Energie. Das Haus birgt zahlreiche kulturhistorische Details wie die Böden, Innentüren bis hin zu den Kaminköpfen. Am Ende stand eine Lösung, die alle begeistert, natürlich auch mich als Besitzer und Bewohner. Das ist vielleicht auch eine Botschaft, die ich transportieren möchte: Man muss vor dem Denkmalamt keine Angst haben!

Wie war eigentlich der Zustand des Hauses, bevor Sie mit der Sanierung begonnen haben?

Es war fünf vor zwölf! Der Dachstuhl war kaputt, die Mauern feucht. Es gab weder Strom noch Trinkwasser. Das alles musste ich erst herstellen, ehe mit den Baumeisterarbeiten begonnen wurde. Es waren keine einfachen Jahre. Rückblickend würde ich das aber trotzdem wieder so machen. Das Ergebnis ist einfach zu schön.

Was bedeutet der Denkmalpreis, den Sie jetzt bekommen haben?

Es ist eine schöne Anerkennung. Aber getan habe ich das ja nicht wegen eines Preises, sondern für mich selbst. Und die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen: Es gibt noch das Backhäusl, die Säge und das Wirtschaftsgebäude. Es bleibt also immer noch etwas zu tun.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Sie hierher kommen?

Auf die besondere Ruhe und die Naturlandschaft. Wenn man will, kann man sich hier mehrere Tage zurückziehen und bekommt von der Zivilisation rein gar nichts mit. Außer wenn ein Flugzeug am Himmel fliegt. Sonst ist das der perfekte Ort, um dem beruflichen Stress zu entkommen. Trotz dieser Abgeschiedenheit habe ich ein super Verhältnis zu den Nachbarn. Wir sind im Ort herzlich aufgenommen worden, das ist beeindruckend. Das Mühlviertel ist schon ein besonderer Boden.

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Artikel Bernhard Leitner 25. September 2015 - 04:31 Uhr
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