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Bahnschranken im Maisfeld: Beinahe ein böses Erwachen für die Gemeinde

SCHWERTBERG. Lagepläne wiesen auf öffentliches Gut hin - und damit auf Kostenbeteiligung für die Marktgemeinde.

Bahnschranken im Maisfeld. (lebe) Bild: (lebe)

Sogar Medien aus Deutschland übernahmen im vergangenen September einen OÖN-Exklusivbericht über einen Bahnschranken in Schwertberg, der an einem Feldweg inmitten eines Maisfelds aufgestellt wurde. Auch der Puls4-Satiresendung „Bist du deppert“ war diese Sicherungsmaßnahme einen Beitrag wert

Was bislang in der Region vor allem Belustigung und Kopfschütteln nach sich zog, hätte für die Marktgemeinde Schwertberg beinahe als ein teures Nachspiel gehabt. War man nämlich anfangs davon ausgegangen, dass die beschrankten Übergänge – insgesamt drei an der Zahl – samt und sonders auf Privatgrund verlaufen und somit Sache der Bundesbahn sowie der Grundbesitzer seien, kam nun heraus, dass zumindest ein Bahnschranken auf öffentlichem Gut steht. Demnach hätte sich die Gemeinde auch an den Errichtungskosten – kolportiert wird eine viertel Million Euro – beteiligen müssen.

Öffentlich oder doch nicht?

Grund genug für Bürgermeister Max Oberleitner, sich zur Wehr zu setzen. Noch vor Jahreswechsel wurde von der Gemeinde Schwertberg ein Antrag auf Feststellung der Nicht-Öffentlichkeit der Eisenbahnkreuzung eingebracht. Anfang Jänner folgte ein Lokalaugenschein mit einem eisenbahntechnischen Sachverständigen. Dabei wurde festgestellt, dass ein Durchzugs- oder Durchgangsverkehr hier nicht möglich ist, somit auch kein öffentlicher Verkehr stattfindet und daher klar erkennbar sei, dass es sich um einen nicht-öffentlichen Eisenbahnübergang handelt. Ein entsprechender Bescheid des Amtes der Landesregierung wurde der Gemeinde in der vergangenen Woche zugestellt.

Zuguterletzt könnte dem östlichsten der drei Feldweg-Bahnschranken in unmittelbarer Nähe zur Aistinger Straße ein Happy-End beschert sein: Mit der derzeit laufenden Errichtung des neuen Altstoff-Sammelzentrums in Poneggen ist nämlich daran gedacht, hier einen öffentlichen Zufahrtsweg für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Damit sich die Schrankenanlage nicht nur dann schließt und öffnet, wenn der Grundbesitzer mit seinem Traktor zur Feldarbeit fährt.

Übrigens: Beim morgigen Faschingsdienstags-Umzug im Ort hat sich eine größere Gruppe angekündigt, die - maskiert als Maisstauden und Bahnschranken - die Verkehrssicherheit in Schwertberg garantieren will.

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Artikel Von Bernhard Leitner 10. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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