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Auf der Flucht: Atempause in Julbach

JULBACH. 7000 Flüchtlinge schleuste das Rote Kreuz im Bezirk Rohrbach schon durch.

Auf der Flucht: Atempause in Julbach

Asylwerber aus Rohrbach als Dolmetscher Bild: Thomas Fellhofer

Eine Welle der Hilfsbereitschaft schlägt den Flüchtlingen im Bezirk Rohrbach entgegen. Unterstützt von vielen Freiwilligen hat das Rote Kreuz in der Stocksporthalle Julbach einen Ort zum Verschnaufen eingerichtet. Viele Flüchtlinge verbringen hier noch die Nacht, bevor sie sich auf den Weg Richtung Deutschland machen, das immer noch als "gelobtes Land" gilt. Den Anstieg zur Grenze müssen die meisten Flüchtlinge aber nicht zu Fuß in Angriff nehmen, denn viele Freiwillige chauffieren sie im Shuttledienst fast bis zur Staatsgrenze. Einer von ihnen ist Sigi Walch aus Peilstein, der mit dem Union-Bus zwischen Notunterkunft und Grenze pendelt: "Wer einmal gesehen hat, wie es hier zugeht, kommt immer wieder. Die Menschen sind dankbar und problemlos. Vor allem Familien freuen sich über die Unterstützung", erzählt er. Auch Pfarrer Gregor fährt mit einem Kleinbus: "Ich nehme am liebsten Familien mit, weil für die Kinder der Anstieg doch recht anstrengend ist. Die jungen Burschen gehen auch zu Fuß", erzählt er.

"Wenn die Menschen zu uns kommen, gibt es Toastbrot, eine Gemüsesuppe, Wasser und Bananen", sagt Dieter Fuchs vom Roten Kreuz. Außerdem können die Flüchtlinge auf einen Fundus gespendeter Kleidung zurückgreifen. "Wir bekommen immer noch Spenden, können aber nicht mehr alles annehmen. Über Facebook verbreiten wir, was wir gerade brauchen", sagt Fuchs.

Asylwerber helfen

Zwei Freiwillige, die ebenfalls im Julbacher Notquartier helfen, sind die Asylwerber Darek und Armanj, die in einer Unterkunft in Rohrbach leben. Sie stehen den Rotkreuz-Mitarbeitern als Dolmetscher zur Verfügung. Beim OÖN-Lokalaugenschein sprechen sie gerade mit Mahmud, der mit seinem Sohn und seinen Enkelkindern auf der Flucht ist. Anders als die meisten will die irakische Familie in Österreich Asyl beantragen. "Meine Frau ist mit unserem kleinsten Sohn (4) noch in Wien. Ich hoffe, dass wir sie bald wieder sehn", sagt Fellah, der mit seinen beiden Söhnen (8, 18 Jahre) und eben seinem Vater in Julbach gelandet ist. Sieben Monate verbrachten sie in der Türkei. Binnen acht Tagen schafften sie es dann nach Österreich.

Das Notquartier in Julbach ist noch bis zum 10. Oktober in Betrieb, dann soll in ein "wintertaugliches" Quartier übersiedelt werden. Am ehesten wird wieder die Stocksporthalle in Kollerschlag herangezogen. Übrigens: Freiwillige können sich unter 07289 / 64 44 jederzeit melden.

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Artikel 05. Oktober 2015 - 00:04 Uhr
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