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Linz

Wenn auf dem Pöstlingberg die Bergrettung ausrückt

Von Gabriel Egger  20. September 2021 08:18 Uhr

Wenn auf dem Pöstlingberg die Bergrettung ausrückt
Abtransport in der Dunkelheit: Bei der Großübung waren rund 60 Rettungskräfte im Einsatz.

LINZ. Großübung auf dem Pöstlingberg: Feuerwehr, Samariterbund und Bergrettung Linz suchten eine vermisste Person.

Der Kontakt ist abgebrochen. Von jenem Linzer, der zwischen Pöstlingberg und Lichtenberg zum Schwammerlsuchen aufgebrochen war, gibt es seit Stunden kein Lebenszeichen mehr. Nur sein Auto steht verwaist auf einem Parkplatz. Die Angehörigen sind besorgt und die Zeit drängt, denn der Einbruch der Dunkelheit steht kurz bevor.

Es ist kein weltfremdes Szenario, das Ortsstellenleiter Alexander Seemann für die große Sommerübung der Linzer Bergrettung geschaffen hat. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Pöstlingberg und dem Linzer Samariterbund übten die Bergretter Freitagabend den Ernstfall.

Dabei kam es vor allem auf den richtigen Riecher an: Den Vortritt bekamen die Partner mit der kalten Schnauze. Die Hundestaffel der Bergrettung Oberösterreich nimmt die Fährte auf, kann den Vermissten im Bereich des Dießenleitenwegs lokalisieren. Eine Handypeilung bringt die Bestätigung: Der Mann muss irgendwo im steilen Waldgelände gestürzt sein und kann nicht mehr selbstständig absteigen. Offener Bruch und Kopfverletzungen: Jetzt zählt jede Minute. Felix, mit 21 Jahren der jüngste Anwärter bei den Linzer Bergrettern, übernimmt den Funk, weist Feuerwehr und Samariterbund ein. Blaulicht erhellt den Dießenleitenweg, in einem steilen Waldschlag arbeiten Bergretter und Feuerwehrleute am Abtransport.

Wenn auf dem Pöstlingberg die Bergrettung ausrückt
Die Mitglieder der Hundestaffel beginnen mit dem Sucheinsatz.

"Wir haben vielleicht nicht viele Einsätze und gehen deswegen in der öffentlichen Wahrnehmung ein bisschen unter. Aber in der Ortsstelle sind lauter gut ausgebildete und erfahrene Alpinisten versammelt. Es geht ja schließlich auch darum, dass du als Bergretter jederzeit auch in der Freizeit bei einem Alpinunfall richtig reagieren musst", sagt Felix, während das Licht der Stirnlampen immer näherkommt. Der Schwammerlsucher wurde gefunden, von Notarzt und Bergrettern erstversorgt, in einer Trage fixiert und wird nun mittels Dyneema-Seilbergung zurück auf den Wanderweg abgeseilt. Vorsichtig bringen ihn die Bergretter zurück zur Straße, wo der verletzte Mann in den Rettungswagen und später zum Krankenhaus gebracht wird. Übung: erfolgreich. Auch wenn sie in ihrem Einsatzgebiet, das von den Linzer Hügeln in den Mühlviertler Granit führt, nicht oft gefordert sind: Die rund 30 Linzer Bergretter sind einsatzbereit. Immer und überall. Und nun auch in enger Absprache mit Feuerwehr und Samariterbund.

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Artikel von

Gabriel Egger

Redakteur Land und Leute

Gabriel Egger
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