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Was Linz 2020 für den Klimaschutz plant

Von nachrichten.at/jp   14.Januar 2020

Linz soll grüner werden: Neben der Fassadenbegrünung ist auch die Dachbegrünung ein wichtiges Thema. 

19 Ziele in fünf Bereichen wie Stadtgestaltung, Bau und Grünraum sowie Verkehr und Mobilität hat die Stadt Linz für ihre erste umfassende Klimastrategie formuliert: Um diese zu erreichen, werden 2020 erste Maßnahmen gesetzt. „Es freut mich, dass beim Thema Klimaschutz alle Parteien trotz ideologischer und politischer Unterschiede an einem Strang ziehen“, sagt Bürgermeister Klaus Luger (SP). Klar sein eines: „Dass Klimaschutz und ein Bekenntnis zur Industrie kein Widerspruch sind.“ 

Ein plakatives Zeichen für den Start der Umsetzung wird die Fassadenbegrünung am Neuen Rathaus: Im Frühjahr erfolgt die Bepflanzung des bereits montierten 225 Quadratmeter großen Edelstahlgitternetz. Dort sollen etwa Kiwis und einjährige Bohnen wachsen. Mit der Begrünung soll die Überhitzung der dahinterliegenden Büroräume verhindert werden. Neue bzw. schärfere Regeln wird es ab dem 3. Quartal 2020 für die Begrünung von Dachflächen in der Stadt geben. „Größere Dachflächen müssen intensiv, auch mit Bäumen, begrünt werden“, sagt Luger. Zudem soll bei der bereits umgesetzten 10-Punkte-Checkliste für die Errichtung von Hochhäusern verstärkt auf Aspekte wie Durchlüftung geachtet werden.

 „Grüner“ will die Linzer Stadtpolitik künftig auch auf der Straße unterwegs sein: Als Ersatz für ein ausscheidendes Dienstfahrzeug wird ebenfalls dieses Frühjahr ein Elektroauto für Dienstfahrten im innerstädtischen Bereich angeschafft. Darüber hinaus werden personelle Weichen gestellt: Neben der Ausschreibung für die Stelle des Linzer Stadtklimatologen, steht auch die Einrichtung der neuen Klimastabstelle und des Klimabeirates mit Experten auf dem Programm. Letzterer soll Ende März das erste Mal tagen. Bis dahin soll auch die erste Klima-Sondersitzung des Stadtsenates über die Bühne gehen. Thema wird unter anderem der öffentliche Verkehr sein. Neben der Unterzeichnung der Verträge für die Stadtbahn, sind die zwei neuen Buslinien bzw. die O-Bus-Linie, wichtige Projekte, so Luger.

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Kritik von Grüne und Neos

Trotz der von Luger angesprochenen Einigkeit kommt Kritik von den Grünen und den Neos, nicht zuletzt wegen der aktuellen Diskussion um die anstehende Umwidmung des Minigolfplatzareals am Linzer Freinberg.  „Alle Bemühungen, die dem Klimaschutz dienen und Linz zur Klimahauptstadt machen sind natürlich zu begrüßen. Vordringlich wäre aber der Schutz des bestehenden Grüns – vor allem des Grüngürtels und der innerstädtischen Parkanlagen“, sagt Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne). Diese seien der  „größter Schatz, wenn es um den Kampf gegen die städtische Erhitzung geht“.  Für Neos-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik versucht Luger den „Widerspruch zwischen seinem tatsächlichen Handeln und den schönen Worten zu verdecken.“ Nur so sei es zu erklären, dass er einerseits von Klimaschutz spreche und andererseits einen Teil des Grünzuges opfere.

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18. Januar 2020