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Linz

Trotz Corona starben in Linz nicht mehr Menschen als sonst

13. November 2021 05:57 Uhr

Trotz Corona starben in Linz nicht mehr Menschen als sonst
„Durch die Corona-Lockdowns starben wahrscheinlich weniger Personen bei Unfällen.“ Klaus Luger, SP-Bürgermeister

LINZ. Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Digitalisierung im Allgemeinen stark beschleunigt, sondern auch die Datenanalyse.

So werden von der Statistik Austria seit 20. April 2020 auch wöchentliche Sterbefallzahlen publiziert. Die Linzer Stadtforschung hat diese Zahlen um Auswertungen aus lokalen Melderegistern ergänzt und den Zeitraum von 26. Oktober 2020 bis 31. Oktober 2021 unter die Lupe genommen.

Und die Daten liefern einige überraschende Erkenntnisse. So war etwa das vierte Quartal 2020, vor allem die Zeit des sogenannten "Teillockdowns", von einer markanten Übersterblichkeit gekennzeichnet – übrigens nicht nur in Linz, sondern in ganz (Ober-)Österreich – siehe Grafiken –, wobei diese überwiegend bei Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen aufgetreten ist. Nach dem Jahreswechsel haben sich die Zahlen wieder reduziert. "Seither bewegen sich die Zahlen im Durchschnitt", weiß SP-Bürgermeister Klaus Luger.

Weniger junge Todesopfer

Der zudem betont, dass "Corona auf die Sterblichkeit in der Stadt Linz keine Auswirkungen gezeigt hat". So sind zwar seit Ausbruch der Pandemie 266 Linzer an bzw. mit dem Coronavirus gestorben, "aber dafür gibt es bei den Menschen, die unter 65 Jahre alt sind, positive Entwicklungen", weiß Luger. "Da sind weniger gestorben als im Durchschnitt." Konkret verloren im Verlauf des 53-wöchigen Beobachtungszeitraumes 313 Personen unter 65 Jahren ihr Leben, das sind um 3,6 Prozent weniger als im Durchschnitt. "Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten jüngere Menschen ihren manchmal gefährlichen Hobbys nicht nachgehen, darum starben weniger bei Unfällen", vermutet der Linzer Stadtchef.

Bei den über 65-Jährigen hingegen gab es zwar heuer Ende Oktober weniger Sterbefälle (minus 11,4 Prozent), wenn man aber den gesamten Beobachtungszeitraum betrachtet, sind mit 1973 Personen 13,4 Prozent mehr als im Durchschnitt verschieden. "Jeder Einzelfall ist tragisch und zu bedauern", sagt Luger, der aber meint: "In Summe gesehen hat Corona bei uns Gott sei Dank weniger Auswirkungen auf die Sterblichkeit als in anderen Ländern. In Italien etwa ist eine ganze Generation, jene über 90 Jahre, ausgelöscht worden."

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