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Linz

Teure Donaubrücke: Ruf nach Kontrollamt "unnötig"

Von Linzer Lokalredaktion   24. November 2019 12:20 Uhr

Die Stahlträger für die neue Donaubrücke sind zwar schon da, es fehlen nur 500 Tonnen. Um so viel hat man sich „verrechnet“.

LINZ. Diese Woche wurde bekannt, dass der Bau der Neuen Donaubrücke in Linz noch etwas länger dauern und teurer kommen wird. Das hat jetzt auch ein politisches Nachspiel. Die Linzer ÖVP will nämlich jetzt das Kontrollamt einschalten. Unnötige "Wichtigtuerei", so der Konter der Kritisierten.

60, 71, 76, 82 - in Millionen Euro wohlgemerkt: So haben sich die Baukosten für den Ersatz der Eisenbahnbrücke in den vergangenen Jahren entwickelt. Der finanzielle Mehrbedarf beträgt nun nach der letzten Angleichung 5,3 Millionen Euro. 

Verantwortlich dafür sind, wie Bürgermeister Klaus Luger (SP) und Vizebürgermeister Markus Hein (FP) diese Woche bekanntgegeben haben, Planungsmängel in der Stahlkonstruktion. Deshalb musste das statische Konzept der Brücke überarbeitet werden, was das Projekt insgesamt teuer macht und die Bauzeit verlängert. Zu Schulbeginn 2021 soll die Brücke befahrbar sein.

Was ist hier genau passiert? Das will nun die ÖVP mit Hilfe des Kontrollamtes wissen. In einem Antrag für den nächsten Gemeinderat im Dezember wollen die Mandatare erreichen, dass die Verzögerung und Kostenüberschreitung beim Bau der Brücke im Hinblick „auf die Verursachung, die Verantwortung dafür und mögliche Schadenersatzansprüche“ geprüft wird.

„Die leidgeplagten Linzerinnen und Linzer und Pendler, die tagtäglich das Verkehrschaos ertragen müssen, haben es sich verdient, die ganze Wahrheit zu erfahren“, so Vizebürgermeister Bernhard Baier.

Der Prüfzeitraum soll auch die Ausschreibungsphase erfassen, um die Frage zu klären, warum es zu diesem Planungsfehler gekommen ist, wann es erste Hinweise darauf gegeben hat und warum er erst so spät entdeckt wurde.

Video: Mehrkosten bei Donaubrücke

Zudem soll eine begleitende Kontrolle über den Baufortschritt sowie die diesbezügliche Kostenentwicklung vom Kontrollamt vorgenommen werden, heißt es im Antrag. Ob er eine Mehrheit bekommen wird, ist allerdings mehr als fraglich. Zumal Hein in einer Reaktion von "reiner Wichtigtuerei" sprach, denn: "In Linz wird jedes eigene Bauvorhaben umfangreich geprüft. Da auch das Land mit 40 Prozent an den Kosten beteiligt ist, wird auch sicher der Landesrechnungshof den Bau der Neuen Donaubrücke Linz von sich aus unter die Lupe nehmen."

Dass die Planungsmängel schon früher hätten entdeckt werden können, habe er im entsprechenden Ausschuss schon erklärt. Demnach hätte für eine frühere Beauftragung der Prüfstatiker die dringend benötigte Finanzierungsvereinbarung mit dem Land Oberösterreich gefehlt, so Hein am Sonntag.

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