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Linz

Stadt soll ÖBB-Häuser im Franckviertel kaufen

Von nachrichten.at/rgr   28. Februar 2021 16:16 Uhr

Mieterin Pauline Grims im Gespräch mit Florian Koppler von der SPÖ Franckviertel.

LINZ. Was passiert mit der ÖBB-Wohnanlage im Linzer Franckviertel? Sie soll verkauft werden, aber an wen? Diese Frage verunsichert die dort noch wohnenden Mieter. Die GWG steht politisch als Käufer hoch im Kurs.

Am 1. März ist es auf den Tag genau 48 Jahre her, dass Pauline Grims in eine der ÖBB-Wohnungen im Linzer Franckviertel eingezogen ist. Jetzt fürchtet sie, wie rund 90 andere Mieter, die noch hier in den ÖBB-Häusern zwischen Obachplatz und Füchselstraße leben, dass der geplante Verkauf der Wohnanlage die Situation nicht noch weiter verschlechtert.

Wie berichtet, hat das ÖBB Immobilienmanagement die Hausbewohner in einem Brief über ihre Verkaufsabsichten informiert – und damit Verunsicherung ausgelöst. (Hier geht es zum OÖN-Bericht)

Ganz überraschend kam die Ankündigung nicht, wie Grims im OÖN-Gespräch erklärt. Schon seit mehr als einem Jahrzehnt sei immer wieder von Verkaufsplänen zu hören gewesen. Was noch schwerer wog. „An den Häusern wurde nur das Allernötigste getan, Wohnungen mit unbefristeten Mietverträgen, die frei wurden, sind nicht mehr vermietet worden“, sagt die ehemalige ÖBB-Bedienstete. 

Die große Frage sei jetzt, wer die Anlage kaufe. Eine Wohnbaugenossenschaft wäre Grims lieber als ein Investor, denn sie befürchtet, dass dann in der Wohnanlage so lange nichts saniert wird, bis alle Mieter freiwillig das Feld räumen. 

Mietervereinigung bietet Beratung an

Die Furcht vor möglichen schlechteren Mietbedingungen hat Florian Koppler, Vorsitzender der SPÖ Franckviertel, schon dazu animiert, Sprechstunden der Mietervereinigung für Betroffene zu organisieren. Für die Bewohner der betroffenen ÖBB-Häuser werde es verschiedene Termine für Corona-konforme Sprechstunden im Volkshaus Franckviertel geben.

Die KPÖ fordert dagegen offen die Stadt Linz auf, die ÖBB-Siedlung über die GWG zu erwerben und auf diese Weise leistbaren Wohnraum zu sichern. Die Sorgen der Mieter vor der Übernahme ihrer Wohnungen durch einen Investor müssten ernst genommen werden, so Gemeinderätin Gerlinde Grünn. Auch für sie ist die Verkaufsabsicht keine Überraschung. „Leerstände und Sanierungsrückstand“ würden die zum Verkauf stehenden Häuser schon länger prägen.

Auch FP und Grüne für GWG-Lösung

"Die GWG muss unbedingt bei der Ausschreibung mitbieten und versuchen, die Wohnanlage zu erwerben", sagt FP-Gemeinderat Zeljko Malesevic, der selbst dort jahrelang gelebt hat. Nur wenn die Wohnanlage in städtischen händen sei, würden die Mieter volle Wohnsicherheit haben können. Die Freiheitlichen werden in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag einen dringlichen Antrag für eine Resolution an die GWG stellen.

Um sicherzustellen, dass die Wohnungen auch künftig leistbar bleiben, soll sich die GWG um eine Übernahme bemühen, schlägt auch die Wohnungssprecherin der Grünen Linz, Marie-Edwige Hartig, in die gleiche Kerbe. Es sei wichtig, dass die Wohnungen im Franckviertel an eine gemeinnützige Wohnungsgesellschaft und nicht an Private gehen würden. Bis Juni dieses Jahres soll die Bietersuche übrigens abgeschlossen sein.

 

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