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Mit dem Motorrad rund um die halbe Welt

LINZ/KATHMANDU. Der Linzer Jürgen Priesner braust mit seiner 20 Jahre alten Honda Transalp 45.000 Kilometer nach Nepal.

Mit dem Motorrad rund um die halbe Welt

Viele Abenteuer hatte der Linzer zu bestehen. So streikte in den Bergen Kirgisistans die Kupplung: „Aber die schönen Momente entschädigen für alles.“ Bild: J. Priesner

Am 7. Mai 2018 bestieg Jürgen Priesner am Linzer Gründberg seine Honda Transalp, um in das größte Abenteuer seines Lebens zu starten. Quer durch Europa und Asien reist der 27-Jährige 45.000 Kilometer von Oberösterreich nach Kathmandu in Nepal, einem Kleinstaat zwischen Indien und China.

Mittlerweile hat der Linzer, der gerade sein Architekturstudium in Linz und München beendete, bereits zwei Drittel seiner Reise hinter sich. Er durchquerte zahlreiche Länder Europas und Asiens, bis er nun in Indien landete. Derzeit ist er gerade in Jaipur, einer Großstadt im Bundesstaat Rajasthan, unterwegs. "Eine wunderschöne Stadt", berichtete er kürzlich im OÖN-Gespräch. "Die für ihre rosaroten Häuser bekannte Altstadt ist faszinierend."

In den Bergen ohne Kupplung

Schöne Momente und brenzlige Situationen – beides gab es zuhauf auf den ersten 30.000 Kilometern. Ausgerechnet als der Abenteurer mutterseelenallein in den Bergen Kirgisistans auf einer Höhe von 3200 Metern unterwegs war, gab die Kupplung ihren Geist auf. Priesner musste sein Fahrzeug stehen lassen und sich zu Fuß in das nächste Dorf durchschlagen. "Dort wartete ich drei Tage, bis wir mit einem Jeep das Motorrad holen konnten."

Kurz danach war alles wieder vergessen: "Wenn du allein durch die Berge fährst, am Straßenrand hüpft ein Murmeltier aus dem Felsen, über dir kreist ein Adler, dann musst du diese Momente einfach genießen."

Finanziert wird die Reise, die noch mindestens bis Mitte dieses Jahres dauert, durch die Vermietung seiner Eigentumswohnung in Wien und das Schreiben von Reiseberichten für Fachmagazine. Doch warum tut sich der Student, der nach der Reise ein Doktorstudium beginnen will, all diese Strapazen überhaupt an? Es geht ihm um eine Art Selbsterfahrung, um die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen. Daher hat er seinen Trip auch "Ich-bin-Ich-Adventures" genannt: "Ich möchte auf dieser Reise die Welt mit eigenen Augen sehen", sagt der 27-Jährige. "Ich möchte verschiedene Kulturen kennenlernen und dabei mehr über mich selbst erfahren."

Die Tour

30.000 Kilometer hat Jürgen Priesner bereits hinter sich. Er reiste von Linz nach Italien, mit der Fähre nach Albanien, weiter nach Griechenland und in die Türkei. Nach einem Abstecher nach Armenien ging’s nach Georgien, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran, Pakistan und Indien. Das Ziel liegt im Nachbarland Nepal. Reiseberichte gibt’s auf ichbinichadventures.com

Mit dem Motorrad rund um die halbe Welt
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Artikel Herbert Schorn 09. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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