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Linz

Matura und Lehrabschluss in einem: Linz will neue Digital-AHS

Von Julia Popovsky 19. Juni 2019 13:22 Uhr

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LINZ. Das Projekt eines neuen Schultyps mit Schwerpunkt Digitalisierung in Linz ist vollständig ausgearbeitet - die Zustimmung vom Bildungsministerium steht allerdings noch aus.

Es ist ein Gebot der Stunde, ein neues Bildungsangebot in Linz anzubieten. Um mit den Veränderungen durch die Digitalisierung Schritt halten zu können, müsse sich nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch das Bildungssystem verändern, so der Tenor der heutigen Pressekonferenz. Über das Wie hat die Pädagogische Hochschule Oberösterreich über Auftrag der Stadt Linz und der Industriellenvereinigung OÖ nachgedacht. 

Die Schulentwickler beschreiten mit ihrem ausgearbeiteten Konzept neue Wege: Denn von der Idee einer HTL mit Digitalisierungsschwerpunkt in Linz hat man sich längst verabschiedet. Stattdessen soll in der Landeshauptstadt als Pilotversuch eine neunjährige AHS mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und Robotik starten.

„In diesem neuen Schultyp sollen die Schüler einerseits eine fundierte humanistische Bildung mit Blick auf Sprachen und Kulturen vermittelt bekommen. Und andererseits eine hohe Affinität zur Digitalisierung entwickeln“, sagt Josef Oberneder, Vizerektor der Pädagogischen Hochschule OÖ. Diese um ein Jahr verlängerte Form einer Allgemein bildenden höheren Schule schließen die Schüler nicht nur mit der Matura, sondern auch mit einem Lehrabschluss ab. „Sie können sich zwischen den Lehrberufen Applikationsentwicklung/Coding und Informationstechnologie entscheiden“, sagt Herbert Gimpl, Rektor der Pädagogischen Hochschule OÖ. Die Praxiserfahrung können die Schüler in der Oberstufe in Praktika in unterschiedlichen Unternehmen sammeln, die außerordentliche Lehrabschlussprüfung wird an der Wirtschaftskammer abgelegt. 

Als Konkurrenz zu dem bereits bestehenden Schultyp der HTL wollen die Beteiligten diese neue Schulform aber nicht verstehen. „Die HTLs sollen dadurch nicht abgewertet werden, es geht vielmehr darum ein neues Angebot für junge Leute zu schaffen“, sagt Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung OÖ. Damit wolle man den Entwicklungen und Veränderungen in der Arbeitswelt entgegenwirken: „Diese Schule soll ein Leuchtturm für ganz Oberösterreich werden.“

 „Es geht nicht darum die besten Programmierer auszubilden, sondern den Schülern ein grundlegendes Verständnis für Digitalisierung zu vermitteln“, ergänzt der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP). Neben der IT-Branche, gebe es für die Absolventen auch viele andere potenzielle Berufsfelder, etwa im Dienstleistungssektor. „Auch dort hat die Digitalisierung die Abläufe verändert.“ 

Das Projekt samt Curriculum ist fertig, bewilligt ist der Schulversuch allerdings noch nicht. Derzeit werden Gespräche mit den Zuständigen des Landes Oberösterreich geführt, Verhandlungen mit dem Bund werden erst aufgenommen, wenn die neu gewählte Regierung im Amt ist, so Luger weiter. 

Angesiedelt sein soll diese neue Schule, sofern sie vom Bildungsministerium genehmigt wird, im Neubau 3 der Linzer Tabakfabrik. „Die Vernetzung mit der Wirtschaft und der Wissenschaft spielt eine wichtige Rolle, daher ist die Tabakfabrik mit den vielen neuen Unternehmenstypen der ideale Platz dafür“, sagt die für Liegenschaften zuständige Stadträtin Regina Fechter (SP).

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