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Linz

Linzer Hafengalerie wird zum Museum auf Zeit

Von Reinhold Gruber   16. Januar 2020 00:04 Uhr

Der Italiener Awer hat sich im "3D-Farbenraum" verewigt.

LINZ. Bis 12. Dezember zeigen nationale und internationale Künstler auf 2500 Quadratmetern ihre Graffitis.

Das Mural-Harbor-Hauptquartier im Linzer Hafen nutzt die letzten Monate seiner Existenz, um noch einmal neues Leben in die alten Mauern zu bringen. Bevor am 12. Dezember dieses Jahres an diesem Standort Schluss mit Graffitikunst ist, wandelt sich das 2500 Quadratmeter große Areal zu einem Museum auf Zeit. Drei Mal in der Woche ist das ehemalige Zuhause eines Blumenhändlers nun für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die verstärkte Bautätigkeit im Hafen – Stichwort „Projekt Neuland“ – machte die „Walks“ durch die größte Graffiti- und Muralismo-Galerie Europas zuletzt schon schwieriger, weil sich Wege verändern, wie Mural-Harbor-Geschäftsführer Leonhard Gruber sagte. „Mit dem Museum auf Zeit können wir nun einen Schwerpunkt auf die Innenräume legen und hier das vermitteln, was wir vermitteln wollen“, so Gruber weiter.

Bis 12. Dezember wird eine temporäre Urban-Art-Ausstellung angeboten. Da kann man dann auch durch den vom italienischen Sprayer Awer gestalteten Raum mit eigener 3D-Technik, wo die Tiefenwirkung der Farben sichtbar wird, gehen. Oder in den Räumen Charakteren wie jenen von „Mein lieber Prost“ begegnen. Jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags ist das etwas andere Museum geöffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro, Kinder bis 15 Jahre sind frei.

Kroate gestaltete Eingang

Der kroatische Künstler Slaven „Lunar“ Kosanovic hat innerhalb einer Woche den Eingangsbereich des Museums auf Zeit gestaltet und gibt damit einen Einblick in sein seit 30 Jahren gelebtes Verständnis von Graffiti-Kunst.
Heute, 16. Jänner, wird das Kunstwerk ab 19 Uhr bei freiem Eintritt präsentiert. „Lunar“ wird auch sein Buch und die Mural Harbor/Sigl Beer-Bop Collection, für die der Kroate die Etiketten entwarf, präsentieren. Die Musik kommt von DJ Dan (Texta).
„Damit wollen wir die Tradition der Vernissagen für die Sprayer- und HipHop-Szene weiterentwickeln“, sagt Gruber. „Denn von ihr wird unsere Kunstform gespeist.

"Der Mural Harbor gehört zum Linzer Hafen"

Die Begrifflichkeit des Museums auf Zeit hat kurzzeitig auch manchen besorgt, dass damit überhaupt das Ende von Mural Harbor, der weltweit bekannten Hafengalerie in Linz, nahe sein könnte.

"Es wird einen neuen Standort im Hafen geben", sagte René Hagenauer vom Linzer Hafen gestern auf OÖN-Anfrage. "Der Mural Harbor gehört zum Linzer Hafen wie die Bubble Days." Das klingt unmissverständlich.

Wo genau die Mural-Harbor-Zentrale nach dem 12. Dezember dieses Jahres angesiedelt sein wird, soll in den nächsten Monaten entschieden werden. An der Stelle des jetzt noch als Museum auf Zeit genutzten Areals wird dann ein Hotel errichtet. Auch hier seien die Verhandlungen im Finale.

Für Mural-Harbor-Chef Leonhard Gruber wäre eine Entscheidung bis April dieses Jahres wünschenswert. "Wir brauchen eine gewisse Planungssicherheit für die Führungen, die wir zu Fuß bzw. per Schiff durch die Hafengalerie anbieten." Das Vermittlungsprogramm wurde im vergangenen Jahr von 7000 Menschen bei 235 Touren genutzt.

Die Hafengalerie, die mit 300 Wandgemälden und Graffiti sowie mehr als 30 Murals, die auf einer Wandfläche von mehr als 100 Quadratmetern von Künstlern aus 35 Nationen geschaffen wurden, weltweite Bekanntheit genießt, wird also weiter bestehen.

Welchen Ruf Linz sich damit erarbeitet hat, machte auch der Kroate "Lunar" klar, der davon sprach, dass Mural Harbor in Linz einer der besten Plätze der Welt sei. "Das hier ist ein Graffiti-Eldorado, an dem die Menschen von überall auf der Welt zusammenkommen und etwas Gemeinsames entwickeln", sagte der Künstler, der zum vierten Mal hier ist. (rgr)

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