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Legostein um Legostein

19 Teams schickten beim gestrigen "First Lego League"-Roboterwettbewerb im AEC Linz ihre Roboter an den Start Die Legoteile wurden mit viel Liebe zum Detail verbaut, haben Julia Popovsky (Text) und Alexander Schwarzl (Fotos) erlebt.

Die letzten Handgriffe, bevor es ernst wird: Die Teilnehmer des Wettbewerbs justieren noch ihre Roboter und kontrollieren die Programmierungseinstellungen, bevor sie auf dem Parcours starten. Bild: Alexander Schwarzl

Schafft es Lego-Astronaut Gerhard sicher in die Luftschleuse, oder scheitert er kurz vor dem Ziel? Der Roboter visiert an, die Kinder halten die Luft an, und Gerhard landet sicher in der Schleuse: Mission erfolgreich beendet. Und es bricht Jubel unter den Teilnehmern beim "First Lego League"-Roboterwettbewerb im Linzer Ars Electronica Center aus. Dieser stand heuer mit dem Motto "Into orbit" ganz im Zeichen des Weltalls.

Wochenlange Arbeit

"Man freut sich einfach, wenn man etwas baut, und es funktioniert dann", erzählte Florian Wiesenberger (11) von der NMS Neumarkt im Mühlkreis. Ihm und seinen Mitstreitern ist die Begeisterung für das Roboterbauen und Programmieren anzusehen.

"Ich interessiere mich nicht fürs Schminken, aber das Programmieren taugt mir voll", sagte Anna Raml (13), die beim Tag der offenen Tür ihrer Schule auf den Geschmack gekommen ist. Gesucht und gefunden hat die Gruppe ihre Roboterbauanleitung übrigens im Internet: "Das Bauen hat viel Spaß gemacht."

Rund 200 Teilnehmer zwischen neun und 16 Jahren waren gestern gemeinsam mit ihren Lehrern bei der First Lego League am Start, die besten drei Teams qualifizierten sich für die Europaausscheidung. Viele der 19 angetretenen Teams sind seit Schulanfang damit beschäftigt, ihre selbstfahrenden Roboter aus Legosteinen zu bauen, sie mit Sensoren und Greifarmen auszustatten und zu programmieren. Gestern hatten sie ihre große Bewährungsprobe: Die Lego-Roboter mussten in zwei Minuten und 30 Sekunden den Weltall-Parcours meistern. Dort mussten sie etwa eine Sonde abschießen, einen Satelliten auf die richtige Umlaufbahn schieben oder Module an der Raumstation befestigen. Aber Vorsicht: Auf das Spielfeld darf nicht gegriffen werden, ansonsten gibt es Strafpunkte. Die verteilte Schiedsrichter und Projektleiter Andreas Kiener von der Pädagogischen Hochschule der Diözese. "Die Begeisterung der Teilnehmer fasziniert mich einfach. Der Wettbewerb fördert nicht nur die Problemlösungskompetenzen, sondern auch die Teamfähigkeit."

Beides hat die Gruppe vom BRG Solar City schon bewiesen, denn nicht immer wollte der Roboter so, wie es die Schüler gerne gehabt hätten. "Manchmal war es schon zum Ärgern, aber im Team haben wir immer eine Lösung gefunden", erzählten Irasema Mörixbauer (14) und Vanessa Waltenberger (14). "Sie haben durchaus kämpferische Qualitäten entwickelt", weiß ihre Informatiklehrerin Gerlinde Koller, die die Gruppe mit sechs Mädchen und einem Buben betreut. "Es freut mich, dass sich so viele Mädchen für Technik interessieren und mit viel Engagement Lösungen erarbeiten." Den Mädels ist es "ziemlich egal", dass ihre Gruppe inmitten der vielen Buben deutlich heraussticht: "Wir konzentrieren uns auf unsere Aufgaben." Und was sie daran reizt, ist ganz einfach erklärt: "Man kann mal etwas Neues ausprobieren und lernt viel dazu."

Spaß ist entscheidend

Auch für Kiener ist der Wettbewerb die perfekte Gelegenheit, um Schülern spielerisch digitale Grundkenntnisse zu vermitteln. "Es ist spannend zu sehen, wie sie sich kognitiv weiterentwickeln", erzählt der Projektleiter. Denn während einige Roboter nur nach vorne und zurück fahren können, sind manche auch in der Lage, Kurven zu meistern. Bewertet werden nicht nur die Bauweise des Roboters und die Parcoursleistung, sondern auch die Teamarbeit und die Leistungen im Forschungsteil, wo sich die Teilnehmer mit Problemen in der Raumfahrt beschäftigt haben. "Unser Thema waren gesundheitliche Probleme im Weltall, wir haben uns näher mit Knochenschwund im All auseinandergesetzt", erzählt das Team vom BRG Solar City, das auf keinen Fall Letzter werden möchte.

Der Ehrgeiz hat auch die sechsköpfige Gruppe vom Gymnasium Dachsberg gepackt. "Wir haben jede Woche an unserem Roboter gearbeitet, letzte Woche sogar noch am Samstag", erzählen Simon Luger (13) und Jakob Sprengseis (14). Erfahrungen mit Legobauen hatten sie alle schon, programmieren konnte allerdings nur einer aus ihrer Gruppe. "Mir hat das immer schon Spaß gemacht, und ich habe es den anderen beigebracht", sagt Lukas Ettinger (12), der am Laptop noch die letzten Einstellungen checkt. Etwas nervös sind sie vor ihrem Start im Parcours schon. "Aber bis jetzt hat immer alles besser funktioniert als gedacht", sagt Horst Felix Felbermayr (13).

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Artikel Julia Popovsky 15. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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