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Linz

"Hier gibt es keine zwei Kripperl, die einander ähnlich sehen"

04. Dezember 2019 00:04 Uhr

"Hier gibt es keine zwei Kripperl, die einander ähnlich sehen"
Die zahlreichen Krippen der Ennser Künstlerin Heidelinde Staudinger sind ihr ganzer Stolz.

ENNS. Heidelinde Staudingers Krippen können im Ennser Frauenturm ganzjährig besichtigt werden.

"Hallo, meine Kinder", ruft Heidelinde Staudinger und betritt das Krippenmuseum der Stadt Enns. Ihr ganzes Leben lang fertigte die 78-jährige Ennser Künstlerin händisch mehr als 100 Krippen und Figuren an. Nachdem sie mit ihren kleinen Kunstwerken jahrelang von Ausstellung zu Ausstellung gezogen war, fand sie 2010 im Ennser Frauenturm eine Bleibe für ihr Lebenswerk.

Ob aus Wachs, Ton oder Holz, bekleidet oder bemalt, so groß wie eine Schuhschachtel oder mehr als einen Meter lang, die Krippen von Heidelinde Staudinger sind einzigartig. "Hier gibt es keine zwei Kripperl, die einander ähnlich sehen. In einem Punkt sind sie allerdings alle gleich: Das Motiv ist immer dasselbe", sagt Staudinger.

Ein Geschenk an die Stadt Enns

Viele Jahre lang stellte Staudinger ihre Krippen landauf, landab bei Adventmärkten aus. Geld verlangte sie dafür nie.

"Wenn Eintritt zu zahlen war, dann schenkte ich meinen Anteil immer entweder den Veranstaltern oder spendete ihn für karitative Zwecke", sagt die Künstlerin. Dass sie ihre imposante Sammlung nicht verkaufen werde, lag für die Künstlerin auf der Hand: "Aber ich konnte mir immer vorstellen, dass ich ein Museum in meiner Heimatstadt Enns einrichte. Die Krippen wollte ich der Stadt allerdings nur unter einer Bedingung schenken: Der Eintritt zum Museum muss frei sein."

Im Jahr 2010 war es schließlich so weit, Altlandeshauptmann Josef Ratzenböck eröffnete im Frauenturm das Ennser Krippenmuseum. Die Segnung nahm der Florianer Prälat Willi Neuwirth vor.

Die Krippen können das ganze Jahr über im Zuge der Stadtführung oder nach Terminvereinbarung auf www.staudinger-kunst.at gemeinsam mit der Künstlerin besichtigt werden.

Staudingers Liebe zu den weihnachtlichen Kunstwerken nahm als Schülerin in der Ennser Volksschule ihren Anfang. Die kindliche Begeisterung und Freude hat sich die mittlerweile 78-Jährige über die Jahre erhalten und möchte sie gerade zur Adventszeit an andere weitergeben. Darum liest sie am 8. Dezember um 15 Uhr im Frauenturm aus ihrem Buch "Der kleine Minou", das von einer ihrer Krippenfiguren handelt. (mis)

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