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Linz

Graffiti-Kunst erobert langsam die Stadt

Von Reinhold Gruber   04. Oktober 2018 00:04 Uhr

Graffiti-Kunst erobert langsam die Stadt
Dieses Werk hat SizeTwo auf der Kühlhalle im Linzer Hafen hinterlassen. Nun verewigt sich der Graffiti-Künstler im ÖAMTC in der Wankmüllerhofstraße.

LINZ. Ab heute entsteht ein Wandbild in der Prüfstelle der ÖAMTC-Landeszentrale in der Linzer Wankmüllerhofstraße.

Wer Graffiti sagte, musste noch vor ein paar Jahren damit rechnen, als Freund des Untergrunds und der Illegalen zu gelten. Heute sind die Sprayer und "Bemaler" von Wänden längst salonfähig geworden, müssen nicht mehr mit Verfolgung, sondern mit Einladungen rechnen. Denn ihre Kunst ist mittlerweile so gefragt, dass ihnen Wände zur Verfügung gestellt werden. Dies gilt speziell für Linz.

Viel zu diesem Stimmungswechsel beigetragen hat der "Mural Harbor", die Hafengalerie in Linz. Kreativer Kopf ist Leonhard Gruber, dem es gelingt, die Graffiti-Kunst vom Hafen, wo mittlerweile viele internationale Stars der Szene ihre Spuren hinterlassen haben, in die Stadt hineinzubringen. Nach und nach erobern sie ganz offiziell den städtischen Raum.

Wahl fiel auf "SizeTwo"

So richtig begonnen hat es heuer in den Promenadengalerien, wo der Spanier Aryz im Innenhof eine riesige Ballerina an die Wand gemalt hat. Seither wurden mehrere Aufträge u. a. für das Bruckner’s im Brucknerhaus in Linz von Graffiti-Künstlern realisiert. Ab heute wird die Prüfhalle der ÖAMTC-Landeszentrale ein neues Kunstwerk erhalten.

Dort, wo Thiago Vaz aus Brasilien ein viereinhalb Meter hohes und 100 Meter langes Graffiti verewigt hat, weil der ÖAMTC vor drei Jahren Außenstelle des damaligen Höhenrausches "Vögel" war, wird ab heute Neues entstehen. Bis Sonntag wird der in Berlin lebende Grazer "SizeTwo" seinen Entwurf in Übergröße auf zwei Wänden der renovierten Halle realisieren.

Drei Künstler hatten sich beworben, nachdem die Mitarbeiter des ÖAMTC in der Wankmüllerhofstraße in einer Abstimmung dafür entschieden hatten, dass auch weiterhin ein Kunstwerk die Wand zieren sollte. Das hatte Landesdirektor Josef Thurnhofer, der viel Herz für die Kunst hat, zuvor entschieden.

Einzige Vorgabe an den Künstler: Das Werk sollte stimmig sein. Dass dies eingehalten wird, wird endgültig erst Sonntag Abend zu begutachten sein. Denn dann soll "SizeTwo" sein Werk vollendet haben.

"Linzer sind sehr offen"

In Linz ist der Wahl-Berliner kein Unbekannter. Im "Mural Harbor" im Linzer Hafenviertel hat er auf der Kühlhalle die Szenerie mit dem Eskimo geschaffen. Was an der ÖAMTC-Prüfhalle dann zu sehen sein wird, ist noch ein kleines Geheimnis.

Kein Geheimnis ist, dass die Graffiti-Kunst langsam ihren Platz in der Stadt bekommt. Leonhard Gruber: "Die Stadt Linz ist ein sehr fruchtbarer Boden dafür geworden. Die Linzer sind sehr offen dafür." Fortsetzung wird folgen.

Der Spanier und seine Ballerina
Künstler Aryz vor "seiner" Ballerina

Der Spanier und seine Ballerina

Es gibt immer ein erstes Mal. Bei den Promenaden Galerien wurde einem Mann aus Barcelona diese Ehre zuteil.

Der spanische Künstler Aryz machte den ersten Schritt. Seine übergroße Ballerina, die eine Wand im Eingangsbereich von der Herrenstraße in die Galerien ziert, ist Teil eines Gesamtkonzeptes. Denn: „Wir wollen in den Promenaden Galerien auch Kunst zeigen“, sagt Paolo Cuturi, Leiter Wimmer Immobilien. Er ließ den Graffiti-Künstler eine Wand zur kreativen Gestaltung wählen.

Eingefädelt wurde die moderne Wandmalerei in Zusammenarbeit mit Leonhard Gruber, Leiter von Mural Harbor. Dort hat Aryz mit dem Mutter-Kind-Motiv auf einem der alten, großen Silos eines der bekanntesten und meistfotografierten Graffiti geschaffen, das, wie es Gruber formuliert, „die meisten Linzer kennen sollten“.

Dass er nun mit seiner Kunst mitten in die Stadt gewechselt ist, war auch für den Spanier eine neue Erfahrung. Damit verbunden ist ein anderes Gefühl. In einem Neubau fällt „jeder Kratzer“ ins Gewicht, was in einem Betriebsareal wie im Hafen nicht der Fall ist.

Für den Spanier war es von der Zeichnung auf einem Blatt Papier bis zum überdimensionalen Endergebnis auf der Wand ein relativ kurzer Schritt. In insgesamt fünf Tagen war das Bild im Innenhof der Galerien fertiggestellt.
Dabei malte Aryz mit normalen Wandfarben. Wo die Spraydose in zwei Minuten trocken ist, musste der Spanier Stunden darauf hoffen, dass kein Regenguss seine Arbeit in Sekundenschnelle verschwinden lässt. „Es ist ein ständiger Entwicklungsprozess“, beschreibt der Spanier die Arbeit an der Wand.

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