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Eine Schule und tausend Ideen

Von Herbert Schorn   17.Mai 2019

Eine Schule und tausend Ideen
Mehr als 300 Absolventen von HTL und Fachschule am Linzer Technikum zeigten gestern, welche Projekte sie in ihren Abschlussarbeiten entwickelten.

Die Bewohner in Linz-Auhof haben ein Problem. Jedes Mal, wenn die Straßenbahn um die Kurve biegt, quietschen die Schienen. Zwei Maturanten haben nun eine Lösung dafür gefunden. Sie entwickelten ein System, das erkennt, wenn die Bim kommt, und dann wohldosiert Wasser auf die Schienen spritzt. "Durch das Wasser verringert sich die Lärmentwicklung erheblich", sagt Patrick Niedermayr. Das überprüften sie per Lärmmessung. Auch an die Umwelt haben die beiden gedacht, sagt Simon Ruschak: "Verwendet wird Regenwasser, das System versorgt sich per Solarpanel selbst." Das Projekt kommt derart gut an, dass bei der Linz AG der Einsatz ernsthaft erwogen wird.

Projekte mit Firmen entwickelt

Rund 140 Diplom- und Abschlussarbeiten präsentierten gestern Nachmittag die 327 Absolventen von HTL und Fachschule an der Paul-Hahn-Straße, dem Linzer Technikum. Ziel war es, Interessierten – von Firmenchefs bis Verwandten – zu zeigen, womit sich die Absolventen knapp ein Jahr lang beschäftigten. "Zu 80 Prozent werden die Arbeiten mit Firmen durchgeführt", verweist Direktor Norbert Ramaseder auf den Praxisbezug. Er ist stolz auf die große Bandbreite der Arbeiten: "Das zeigt, dass unsere Absolventen ihr Wissen für praxistaugliche Lösungen einsetzen können."

Das haben auch drei Maturanten der Abendschule geschafft. Sie konzipierten gemeinsam einen smarten Mistkübel. Dieser funktioniert so: Wird ein Stück Müll eingeworfen, leuchtet ein grünes Feld über dem Kübel auf, Musik ertönt. "Damit wollen wir die Leute motivieren, den Müll in den Mistkübel zu werfen", sagt Markus Steinberger (41), der mit Isa Zahiti (45) und Florian Princic (26) diese Abschlussarbeit plante. Ist der Kübel voll, leuchtet ein rotes Feld auf. "Dann wird automatisch ein E-Mail an den Betreiber geschickt", sagt Princic. Alle drei sehen großes Potenzial in dem System, das sich per Photovoltaikanlage selbst versorgt. "Man könnte am ,smart-bin’ auch Werbung platzieren und so Geld verdienen", sagt Zahim.

Auch Ausgefallenes war zu sehen. So entwickelten Johannes Nöbauer und Dominik Lugmayr eine Art Schneeraupen-Motorrad. Sie tauschten bei einer KTM-Geländemaschine das Hinterrad mit einer Konstruktion aus, die dem Kettenrad einer Schneeraupe ähnelt.

Mit dem Moped auf der Skipiste

"So kann man mit dem Motorrad im Winter eine Skipiste hinauffahren", sagt Lugmayr. Aber warum eigentlich? Nöbauer lacht: "Wir hatten die Idee schon lange und wollten sie einfach umsetzen."

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