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Eine neue Straße für die Radler nach Linz

Von Herbert Schorn   22.Mai 2019

Auch künftig kein Radweg in der Waldeggstraße
Radeln neben viel Verkehr

Mit dem Rad von Alkoven nach Linz: Diese Route gleicht derzeit eher einem Hindernispfad und ist – vor allem in Linz – nicht ungefährlich. Das soll sich in Zukunft ändern, verspricht Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FP).

Er plant eine neue Radhauptroute, die die Radler von Straßham in der Gemeinde Alkoven durch insgesamt fünf Gemeinden zum Linzer Hauptbahnhof führen wird. „Von dort ist dann die Hitzinger Kreuzung in Wilhering in gut 25 Minuten erreichbar“, stellt der Landesrat in Aussicht.

Doch wie weit fortgeschritten sind diese Pläne überhaupt?

Radweg in der Waldeggstraße

Die gute Nachricht: Das erste Teilstück soll, wie berichtet, im Sommer gebaut werden. Dabei geht es um die Linzer Waldeggstraße, die bisher für Radler wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der vielen Kreuzungen als besonders gefährlich galt. Nun wird während der Sommermonate um 350.000 Euro ein ein Kilometer langer Radstreifen entlang der Waldeggstraße errichtet. Er mündet auf Höhe der Ziegeleistraße in eine Busspur, die von den Radlern benutzt werden kann (siehe Grafik unten). Dieser Streifen, der auch den Fußgehern zur Verfügung steht, ist allerdings nur ein Provisorium. Denn in einigen Jahren wird an dieser Stelle der Westring errichtet.

Gerhard Prieler von Radlobby Linz ist dennoch froh über diese Maßnahme. „Wir haben seit Jahren darauf gedrängt. Damit wird die Sicherheit wesentlich erhöht“, sagt Prieler. Kritikpunkte gibt es dennoch: Der Streifen ist für einen Geh- und Radweg, der in zwei Richtungen führt, mit einer Breite von drei Metern schmal, die Radler müssen die Waldeggstraße einmal (in Richtung Linz) bzw. zweimal (wer vom Hauptbahnhof in Richtung Leonding fährt) queren.

Wenn man den weiteren Ausbau der Radhauptroute betrachtet, wird das Bild diffuser: Für die restlichen zwölf Kilometer, die weitgehend entlang der Lilo-Trasse geführt werden sollen, gibt es zwar eine mögliche Trasse (siehe Grafik oben). An den Detailplanungen wird aber erst gearbeitet. Dies muss das Land gemeinsam mit den fünf Gemeinden Leonding, Wilhering, Pasching, Kirchberg/Thening und Alkoven durchführen.

„Planung läuft schleppend“

Das sei eine durchaus komplizierte Sache, sagt Marco Sterk, Sprecher von Landesrat Steinkellner: „Wir müssen zuerst die rechtlichen Voraussetzungen, etwa im Bereich Naturschutz, Eisenbahnrecht, Wasserrecht und Straßenrecht schaffen.“ Außerdem sind Grundstücke einzulösen: „Ab Herbst werden die Gespräche mit den Grundeigentümern stattfinden“, sagt Sterk. Rund die Hälfte der Strecke muss komplett neu gebaut werden. Gezahlt wird sie zu 60 Prozent vom Land, den Rest steuern die Gemeinden bei.

Als erste Teilstücke sind zwei insgesamt vier Kilometer lange Strecken in Leonding geplant. Diese könnten ab Frühjahr 2021 gebaut werden. Für Gerhard Prieler ein langer Zeitraum: „Die Planung läuft sehr schleppend. Wir würden uns mehr Tempo wünschen.“

 
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22. November 2019