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Linz

Das war der Lehrlingsbewerb 2021: Wo Jugendliche an ihrer Zukunft feilen

15. Mai 2021 00:04 Uhr

Das war der Lehrlingsbewerb 2021: Wo Jugendliche an ihrer Zukunft feilen
Christoph Dietz arbeitet an einer elektrischen Schaltung.

LINZ. 770 technische Lehrlinge traten an 22 Austragungsstätten im Land gegeneinander an.

Feilen, Bohrer, Zangen in allen Größen und ein Plan, den Florian Simlinger noch nie zuvor gesehen hat. Alles liegt bereit für den Lehrlingswettbewerb der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Sparte Industrie. 770 Lehrlinge, davon 88 Mädchen, treten an 22 Austragungsorten an, schrauben, löten und drechseln an ihrem Sieg. Und feilen nicht zuletzt auch an ihrer beruflichen Zukunft.

Das Werkzeug wurde Simlinger quasi in die Wiege gelegt. "Schon von klein auf war ich immer beim Papa in der Werkstatt und habe geholfen. Aber das gleiche wie er wollte ich nicht machen", sagt der 18-Jährige, der sich im zweiten Lehrjahr befindet. Anders als sein Vater entschied er sich nicht für eine Maschinenschlosser-, sondern für eine Mechatronik-Lehre.

Um 11 Uhr darf der Lehrling der Firma Eisenbeiss den vor ihm liegenden Plan auffalten. Um 18 Uhr muss das abgebildete Werkstück fertig sein: Das sind die Regeln des Bewerbs. Simlingers Herausforderung: eine Lüfterschaltung. "Das wird in den paar Stunden ja wohl möglich sein." Und auf ans Werk.

Ein paar Räume weiter stellen die Prozesstechniker ihr Können unter Beweis, Christoph Dietz ist einer von ihnen. Tief gebeugt über eine elektrische Schaltung steht er an seiner Werkbank. Dass seine Konkurrenz einen Tisch weiter am selben Projekt arbeitet, interessiert ihn nicht. Er hat nur Augen für seine Drähte und Sicherungen.

"Das haargenaue Bohren und Feilen ist die größte Herausforderung. Wenn ein Zehntel Millimeter nicht stimmt, ist das schlecht, sehr schlecht. Denn dann funktioniert die Schaltung vielleicht gar nicht", sagt der 19-Jährige. Ein Jahr lang ging Dietz in die Oberstufe der HTL Leonding, entschied sich dann aber doch für einen Lehrberuf. "Ich halte das stille Herumsitzen in der Schule nicht aus. Ich muss etwas Handwerkliches machen, ich will etwas bauen", sagt der Lehrling der Firma Silhouette. Auch bei Max Sperz zählt jeder Millimeter. Vorsichtig, mit drei Fingern an der Feile, streicht er über sein Werkstück. "Ich muss mein Lochwerkzeug richtig schön machen, ich bin ja der einzige Werkzeugbau-Lehrling hier. Da muss mein Prüfungsstück schon etwas gleich schauen", sagt der Lehrling der Firma Pöttinger. Sollte er dabei Hilfe brauchen, steht Werner Grubmüller bereit. Als Ausbildner ist er für den reibungslosen Ablauf des Bewerbs zuständig. Doch er ist nicht nur Helfer, sondern auch Richter.

Beurteilt werden Sauberkeit, Maße und Funktion der Werkstücke. "Die Herausforderung ist natürlich gewaltig. Sieben Stunden für ein Werkstück, das ist nicht viel", sagt Grubmüller, Präsident des Verbandes der Ausbildungsleiter. Anfang Juni werden die besten Lehrlinge ausgezeichnet. Die Siegerinnen in der Sonderkategorie "Frau in der Technik" werden mit einem eigenen Award ausgezeichnet. "Ausgebildete Fachkräfte sind heißbegehrt", sagt Rudolf Mark, Bildungssprecher der Sparte Industrie. Wir wollen zeigen, dass sich Fleiß auszahlt und man es mit einer Industrielehre weit bringen kann." (mis)

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