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Linz

Berüchtigte Rockergang eröffnet in der Linzer Goethestraße ein Vereinslokal

13. Juni 2019 00:04 Uhr

Berüchtigte Rockergang eröffnet in der Linzer Goethestraße ein Vereinslokal
United Tribuns: Ein international agierender Club, der mit Gewalt und Kriminalität Schlagzeilen macht.

LINZ. Verfassungsschutz: "Wir wissen um die Gefährlichkeit, die Polizei wird sie beobachten".

Das martialisch anmutende Schild über der Eingangstür ist schon am frühen Abend mit zwei Strahlern hell beleuchtet, während im Freien noch die Sonne scheint.

Ein neugieriger Nachbar kommt vorbei: "Wissen Sie, wer die neuen Mieter sind? United Tribuns – mir sagt der Name nichts", erklärt der ältere Herr und erzählt von Umbauarbeiten im Lokal mit der Adresse Goethestraße 51, dessen Eingangsbereich noch mit einem Scherengitter versperrt ist. Bald werde wohl eröffnet, mutmaßt der freundliche Nachbar.

Laufend Polizeikontrollen

"United Tribuns? Natürlich kennen wir diese Motorradgang. Wir wissen auch um deren Gefährlichkeit", sagt Michael Tischlinger, der Leiter des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Immerhin werde man von den Kollegen aus Deutschland laufend informiert über Motorradgangs, die grenzüberschreitend agieren. Man sei vorgewarnt, und deshalb werde die Polizei die Vorgänge rund um das neue Chapter in Linz – laut Tischlinger das erste in Oberösterreich – auch genau beobachten.

Die "United Tribuns" sind laut Eigendefinition eine Vereinigung von Bodybuildern, Kampfsportlern und Türstehern, die, angelehnt an die "Hells Angels" in Chaptern organisiert sind. Dass die Polizei alarmiert ist, sobald die "Tribuns" in einer Stadt neu auftauchen, hängt damit zusammen, dass deren Mitglieder immer wieder mit Schwerkriminalität und Gewalt in Zusammenhang gebracht werden. Vor allem in Deutschland, wo die Gruppierung am stärksten vertreten ist. Aber auch in Wien, wo der Polizei im Vorjahr ein großer Schlag gegen die "United Tribuns" gelungen ist, die dort mit einem anderen Motorcycle-Club einen Drogenhandel mit hochwertigem Kokain und Cannabis aufgezogen hatten.

"Europas gefährlichste Rocker"

Gegründet wurde die Vereinigung 2004 vom ehemaligen bosnischen Boxer Almir Culum, genannt "Boki", der im Zuge des Bosnien-Krieges nach Deutschland gekommen war. Er hatte zusammen mit weiteren Mitgliedern verschiedene Bordelle betrieben und tauchte, nachdem ein Haftbefehl wegen Menschenhandel gegen ihn ausgestellt wurde, in der ehemaligen Heimat unter. Die deutsche Bild-Zeitung besuchte "Boki" dort und betitelte den Bericht, in dem der "World President" über seine "Bruderschaft" sprach, mit der Headline: "Zu Besuch bei Europas gefährlichsten Rockern".

In besagtem Bericht erfährt man auch, dass "Ehre, Loyalität und Respekt" unter den "Brüdern" sehr wichtig seien. Und dass ein potenzielles Neumitglied bis zu einem Jahr, aber "mindestens sechs Monate" auf den Prüfstand gestellt werde, bevor es aufgenommen werde.

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