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Linz

Unfall auf Nibelungenbrücke: Klage gegen Stadt

Von Reinhold Gruber   10. November 2015 06:31 Uhr

Nach Unfall auf der Nibelungenbrücke will Verkehrspsychologe Stadt klagen
An dieser Stelle stürzte Peter Jonas vor zehn Tagen mit dem Rad auf die Fahrbahn der Nibelungenbrücke.

LINZ. Linzer Radfahrer stieß mit Fußgänger zusammen, stürzte auf die Fahrbahn und brach sich Unterarm.

Seit Jahren warnen vor allem Radfahrer vor der Gefährlichkeit der Nibelungenbrücke in Linz. Das gilt besonders für den Bereich der Auf- und Abfahrten, aber auch für das enge Nebeneinander von Geh- und Radweg unmittelbar neben der dreispurigen Fahrbahn auf der Brücke.

Vor zehn Tagen hat Peter Jonas am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich es sein kann, mit dem Rad auf der Brücke unterwegs zu sein. Nach einem Unfall erwägt der Linzer Verkehrspsychologe jetzt sogar eine Klage gegen die Stadt Linz.

"Ich bin seit dem Unfall sehr nachdenklich geworden", sagte der 55-Jährige gestern im Gespräch mit den OÖNachrichten. Sein linker Arm ist gebrochen, die Prellungen sind aber schon halbwegs abgeheilt. Glück habe er gehabt. Geblieben ist trotzdem die Vorstellung, was alles passieren hätte können.

Zusammenstoß mit Fußgänger

Das ist passiert: Jonas fuhr am 30. Oktober, wie er es so gut wie täglich macht, mit dem Fahrrad von Urfahr kommend Richtung Hauptplatz über die Brücke. Gegen 14.20 Uhr trat plötzlich ein unmittelbar vor dem Radfahrer in die gleiche Richtung gehender Fußgänger nach links. "Wahrscheinlich wollte er einem anderen Fußgänger ausweichen", glaubt Jonas, der so überrascht wurde, dass er nicht mehr reagieren konnte.

Er sei mit etwa acht km/h unterwegs gewesen, stieß mit der Schulter gegen den Fußgänger und stürzte in der Folge auf die normalerweise gerade freitagnachmittags stark befahrene Fahrbahn. "Ich hatte das Glück, dass ich in eine Lücke zwischen zwei Fahrzeugen fiel. Ein Lkw-Lenker konnte dank einer Notbremsung rechtzeitig anhalten. Ich brauchte immerhin ein paar Sekunden, um aufzustehen und wieder auf den Radweg zurückzukommen", schildert Jonas den Unfall.

Er habe anfänglich geglaubt, dass er mit dem Schrecken davongekommen war, und ging mit dem beschädigten Rad weiter in Richtung Hauptplatz, wo ihm dann bei der Einzahlung der Wochenlosung auffiel, dass er den linken Arm nicht mehr bewegen konnte und starke Schmerzen hatte. Im Unfallkrankenhaus wurde schließlich ein Bruch des Unterarms festgestellt. "Die Verletzung habe ich mir ausschließlich beim Sturz zugezogen", sagt Jonas, dem es bei einer möglichen Klage gegen die Stadt keineswegs um Schadenersatz geht. "Ich bin sauer auf Linz, weil hier eine Gefahrenquelle wider besseres Wissen nicht saniert wird."

Wenn der Unfall, der für ihn letztlich glimpflich ausgegangen ist, weder die Schuld des Fußgängers noch die des Radfahrers war, dann muss etwas an der Konstruktion falsch sein, wie es der Verkehrspsychologe formuliert.

 

Die Frage der Zuständigkeit für die Nibelungenbrücke

So bedauerlich der Unfall von Peter Jonas auch ist, die Stadt Linz sei der falsche Adressat einer möglichen Klage von ihm. Die noch bis Donnerstag zuständige Verkehrsreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SP) sieht die Zuständigkeit beim Land Oberösterreich. „Die Nibelungenbrücke ist Eigentum des Landes, da können wir als Stadt nichts tun“, so Hörzing auf OÖN-Anfrage.

Der designierte Verkehrsstadtrat Markus Hein (FP) wollte die mögliche Klage nicht kommentieren. Er sei sich aber der grundsätzlichen Problematik auf der wichtigen Donauquerung von Linz bewusst. „Die Nibelungenbrücke steht auf meiner Liste ganz oben“, sagte Hein den OÖNachrichten.

Er wolle rasch nach seinem Amtsantritt – am 12. November wird die neue Stadtregierung konstituiert – eine Diskussion darüber führen, ob und wie es möglich sei, Verbesserungen der Sicherheit auf der Nibelungenbrücke herbeizuführen.

Aus dem Büro des neuen Verkehrs-Landesrates Günther Steinkellner (FP) hieß es auf Anfrage, dass es verschiedene Zuständigkeiten für Brücke, Fahrbahn, Geh- und Radweg gebe. Man werde sich das genau anschauen.    (rgr)

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