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Linz

Theater in der Quelle: Die Arbeit als Boxkampf

Von Nora Bruckmüller   16. Februar 2011 00:04 Uhr

Theater in der Quelle: Die Arbeit als Boxkampf
Die Arbeitswelt: Laien und einige Boxer spielen im ehemaligen Quelle-Gebäude in der Linzer Industriezeile das von Walter Kohl verfasste Stück „The Fight“.

LINZ. Das verlassene Quelle-Gebäude an der Industriezeile ist nun ein Theater: Das freie Theater „Stellwerk“ spielt dort morgen „The Fight“. Dabei spielen Laien dem Publikum ihren eigenen Kampf vor – mit dem Arbeitsleben und sich selbst.

Die Fläche des ersten Obergeschoßes im ehemaligen Quelle-Gebäude ist riesig, rund 800 Quadratmeter groß, weitläufig, leer. Doch der Blick wird sofort gebannt – von einem sechs mal sechs Meter großen Boxring des Boxclubs Linz. Die 23-jährige Studentin Vaheen Said steht darin. Die Oberösterreicherin singt auf Kurdisch, ihr Gesang ist raumfüllend.

„Ich habe kein Problem, meine Geschichte dem Publikum zu erzählen“, sagt Said. Es ist die Geschichte einer Frau, die neben dem Jus-Studium arbeitet. Der der Mut gefehlt hat, ein Gesangs-Studium zu beginnen. Und es ist die Geschichte einer kurdischen Oberösterreicherin, die das perfekte Deutsch für den Arbeitsmarkt spricht. „Wir haben Menschen aus verschiedenen Arbeitsbereichen gefunden, die bereit sind, ohne Schutz einer Rolle, etwas herzugeben“, sagt Regisseur Christian Scharrer.

Menschen, vom Callcenter-Mitarbeiter bis zur ehemaligen Führungskraft, proben nun ihre Geschichte stilecht im Boxring im ehemaligen Quelle-Gebäude in der Linzer Industriezeile. Jeder steigt in den Ring, die Runde wird wie beim richtigen Boxen mit dem Gong eingeläutet. Für 180 Gäste sind Stühle an allen vier Seiten des Rings aufgestellt. „Mit dabei sind auch echte Boxer. Sie werden je nach Art der Geschichte eingesetzt – um abzuschwächen oder zu unterstützen“, sagt Scharrer, der auf einen „Abend der Irritationen“ hofft.

„Das Stück ist aber nicht nur düster. Es ist auch witzig, grotesk, poetisch und zeigt die Würde des Menschen“, sagt Walter Kohl, der das Stück (auf Anstoß von Margit Prieschl) geschrieben und alle Teilnehmer interviewt hat. „Es ist kein Wirtschaftskrisen-Stück. Es soll nicht kritisieren. Es geht um das Individuum, ohne Kommentar und Botschaft.“

Morgen hat „The Fight“ Premiere

Bei der Inszenierung des Stücks „The Fight“ handelt es sich um „dokumentarisches Theater“. Schauspieler erzählen dabei nicht erdachte Geschichten, sondern reale Menschen stellen mit den Mitteln des Theaters ihre höchstpersönliche Geschichte und sich selbst dar.

Premiere von „The Fight“ ist morgen, 17. Februar, um 19.30 Uhr im ehemaligen Quelle-Gebäude (Industriezeile 47). Weitere Aufführungen sind am 19., 24., 25. und 26. Februar und im März. Infos gibt es auf facebook (Thefight Theaterstellwerk). Kartentelefon: 0650/753 999 4. Das Ticket kostet 15 Euro, ermäßigt 12 Euro.

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