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Nach Ideenwettbewerben: Zukunft des Urfahrmarktgeländes bleibt offen

LINZ. Sowohl die Stadt Linz auch die Neos haben nach Ideen für die zukünftige Nutzung des Urfahrmarktgeländes gesucht. Ob eine Idee umgesetzt werden kann, will die Stadt Linz bis zum Sommer prüfen.

Linzer Innovationspreis - Platz 1 Donau-Insel

Das Siegerprojekt: Eine Insel in Urfahr Bild: Tp3 Architekten

Auf der Online-Plattform „Mein Linz“ wurden zwei Monate lang Ideen von Bürgern für das Urfahranermarkt-Areal gesammelt. Bis 15. Februar gingen dabei 120 Vorschläge in sechs vorgegebenen Kategorien ein. Parallel dazu lobte auch die Neos-Gemeinderatsfraktion den „Linzer Innovationspreis für Stadtentwicklung“ zum selben Thema aus. Aus 35 Einreichungen wurden drei Projekte aus dem insgesamt 12.500 Euro schweren Innovationspreis prämiert.

Platz eins für „Donau-Insel“

Der erste Platz ging dabei an die Idee einer Donau-Insel des Architekturkollektivs Gut - bestehend aus Tp Architekten, Gerald Anton Steiner und Urmann Radler Architekten: Ein kleiner Nebenarm der Donau umspült das Gelände, fließt bis zu den Häusern heran und bilden dadurch auch einen sehr starken, aber nach wie vor offenen Raum. Andreas Henter von Tp3: „In Urfahr sollte ein einzigartiger, neuer Ort entstehen. Linz würde endlich an die Donau rücken. Und umgekehrt würde die Donau in die Stadt kommen. Ist der politische Wille da, wäre die Idee sehr realistisch und umsetzbar.“

„Das Projekt ist fantastisch und bringt unsere Stadt ans Wasser“, so Stadtentwickler und Neos-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik. Insbesondere die Spitze der schiffsförmigen Insel überzeugte die Jury.

„Ich kenne das Projekt nicht. Aber jede Idee kann besprochen werden“, sagt Bürgermeister Klaus Luger (SP) zur Gewinner-Idee des Neos-Wettbewerbs. Eine Event-Meile wie an der Wiener Donauinsel könne er sich allerdings nicht vorstellen, betont Luger.

Auch wie es mit den 120 „Geistesblitzen“, wie Luger sie nennt, die auf der Online-Beteiligungsplattform der Stadt Linz eingingen, weitergeht ist unklar. Bis zum Sommer wolle man die Rahmenbedingungen der Gewinnerprojekte in der Stadtregierung prüfen, so Luger. „Im Jahr 2018 wird aber nichts auf dem Urfahrmarktgelände stattfinden, das nicht schon bekannt ist“, sagt Luger in der heutigen Pressekonferenz.

Die meisten Ideen gingen in der Kategorie „Ruhe und Gemeinschaft“ ein. Von den insgesamt 34 Vorschlägen konnten die Sitzstufen am Donau-Ufer die Jury überzeugen. „Aber auch diese Idee muss genau geprüft werden. Denn der Vergleich mit Zürich, wo etwas ähnliches umgesetzt wurde, hinkt. Denn der Zürcher See ist anders strukturiert als die Donau“, sagt Luger.

Dass die Ideen sich nicht an gesetzliche Rahmenbedingungen halten würden, war der Jury – in der bewusst keine Architekten oder Städteplaner einen Platz erhielten – klar. Dies sei auch der Grund, warum einige Ideen nicht umsetzbar seien, sagt der Kommunikationsdirektor der Stadt Linz Jürgen Tröbinger.

Die Kategorie-Sieger haben aber durchaus Zukunftspotential:  So ist die Idee, im Sommer einen Donaustrand mit Gastronomie zu ermöglichen, der im Winter zum Eislaufplatz umfunktioniert wird spannend. Andere Ideen, wie ein Aussichtsrad, dürften wegen der baurechtlichen Ordnung scheitern. Ähnlich wird es sich auch mit dem drittplatzierten Projekt des Neos-Innovationspreises verhalten. Das Projekt „Lendmark“ von Max Schwarzmüller sieht unter den Brücken eine Art Biotop vor. Dazu die Jury: „Trotz der vielen anregenden und ästhetisch ansprechenden Elemente, ist der Vorschlag jedoch keine wirklich innovative Antwort oder Lösung für die Zukunft des gesamten Areals.“

Linzer Innovationspreis Platz 3 Lendmark

"Lendmark" von Max Schwarzmüller

Dennoch konnten sich Schwarzmüller und auch die Zweitplatzierte Hannah Kordes mit dem Projekt "Labor Linz" und ihrer Idee, dass Linz „ein zentral gelegenes Experimentierfeld, das entgegen der städtischen Verwertungslogik eine langfristige Nutzungsvielfalt ermöglicht“, über einen Gewinn über mehrere Tausend Euro freuen.

Linzer Innovationspreis Platz 2

"Labor Linz" von Hannah Kordes

Die Gewinner des Ideenwettbewerbes der Stadt Linz erhielten Goodie-Bags, gefüllt mit beispielsweise Bluetooth Boxen, Powerbanks und Mikrofaserhandtüchern im Linz-Design.

Bürgermeister Luger ist erfreut, dass so viele Linzer an dem Wettbewerb teilgenommen haben: „Es ist toll, dass so viele Leute sich Zeit genommen und sich was überlegt haben. Das Jahrmarktgelände ist in den Köpfen eine Fläche, die den Linzern ein Anliegen ist und das für Freizeitgestaltung steht“.

 
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Artikel Sandra Chociwski 19. März 2018 - 12:30 Uhr
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