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Mühlkreisbahn: Wer Ticket beim Zug-Automat kauft, fährt schwarz

LINZ/MÜHLVIERTEL. Kurioser Fahrkartenverkauf in der Mühlkreisbahn: Im Zug gibt es zwar einen Fahrkartenautomaten, dieser darf aber zwischen Linz-Urfahr und Rottenegg nicht benutzt werden. Wer sein Ticket trotzdem im Zug kauft, zahlt 65 Euro Strafe.

Mühlkreisbahn: Wer Ticket beim Zug-Automat kauft, fährt schwarz

Den Automaten im Zug gibt es nur, weil die Haltestellen im oberen Bereich keine Automaten haben.}Mario BrunnmayrÖBB-Sprecher Bild:

Nur mit knapper Not erwischte Manuela Wöss noch die Mühlkreisbahn. Zeit, um eine Fahrkarte am Ottensheimer Bahnhof zu kaufen, blieb nicht mehr. Das sollte kein Problem sein, vermutete die Bahnkundin, da sie wusste, dass es im Zug einen Fahrscheinautomaten gibt. Also rief sie dem wartenden Zugbegleiter zu: „Ich kann die Karte eh im Zug lösen.“ Zu ihrem großen Erstaunen vereitelte dieser ihren Plan: Obwohl es einen Automaten im Zug gibt, durfte sie dort kein Ticket kaufen.

Der Grund: Der Abschnitt zwischen Linz-Urfahr und Rottenegg ist seit 2005 eine Selbstbedienungsstrecke (SB-Strecke). Das bedeutet, dass man den Fahrschein vor dem Betreten des Zuges kaufen muss. Hier sind alle Haltestellen mit Fahrkartenautomaten ausgestattet.

Der Ticketautomat im Zug ist nur für den Abschnitt Rottenegg – Aigen/Schlägl vorgesehen. Hier muss der Fahrschein im Zug gekauft werden, weil es an den Haltestellen keine Möglichkeit dazu gibt. Sollte aber ein Fahrgast, der etwa in Walding oder Ottensheim einsteigt, auf die Idee kommen, eine Fahrkarte im Zug zu lösen, kann ihn das teuer zu stehen kommen: Wird er erwischt, gilt er als Schwarzfahrer und muss 65 Euro zahlen. Hat er das Geld nicht parat, wird zusätzlich eine weitere Gebühr von 30 Euro aufgeschlagen.

Unverständliche Regelung

Für die Fahrgäste ist diese Regelung völlig unverständlich. „Ich wüsste nicht, warum man den Automat nicht benützen soll“, sagt Manuela Wöss. „Das ist doch ein Schildbürgerstreich, von Bürgernähe ist man hier weit entfernt.“

ÖBB-Sprecher Mario Brunnmayr verteidigt die Regelung. Die Strecke ist ein Sonderfall. „Den Automaten gibt es im Zug nur, weil die Haltestellen im oberen Bereich keine Automaten haben“, sagt Brunnmayr. Die Kunden seien mit Aushängen an den Haltestellen, im Internet und durch das Personal ausreichend informiert worden. Er ergänzt: „Wir bitten um Verständnis für die flächendeckende Umstellung des Regionalverkehrs auf SB-Strecken.“

Stichwort: SB-Strecke

Mit 12. Dezember stellten die ÖBB den Regionalverkehr flächendeckend auf Selbstbedienungsstrecken um. Seither kann auf 14 Strecken in Oberösterreich das Ticket nur noch beim Automaten an den Haltestellen gekauft werden. Die Mühlkreisbahn ist ein Sonderfall: Im oberen Abschnitt müssen die Tickets beim Automaten im Zug gekauft werden, ab Rottenegg dürfen sie nur an den Haltestellen gelöst werden.

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Artikel Von Georgina Giefing 16. Dezember 2010 - 00:04 Uhr
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