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Linz

Ingrid Holzhammer: Abschied mit wenig Wehmut

Von Von Roswitha Fitzinger   06. Oktober 2009

Ingrid Holzhammer

LINZ. Mit der konstituierenden Sitzung am 12. November wird Vizebürgermeisterin und Sozialstadträtin Ingrid Holzhammer der Politik den Rücken kehren. Die OÖN sprachen mit der 61-Jährigen über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

OÖN: Die Politikpension naht, Frau Vizebürgermeister - schon pensionsreif?

Holzhammer: Na ja, in gewisser Weise schon. Jetzt nach dem Wahlkampf und der Wahlentscheidung ist da schon eine gewisse Enttäuschung. Aber sicher sind da auch gemischte Gefühle nach so einer langen Zeit.

OÖN: Ist die Wahlniederlage leichter zu verkraften, wenn man so wie Sie ohnehin vorhatte, auszuscheiden?

Holzhammer: Hätte ich weiter kandidiert, wäre das Ergebnis schon eine schallende Ohrfeige gewesen, so sehe ich das mit einer gewissen Distanz, und es berührt mich nicht mehr so unmittelbar.

OÖN: Sie haben die Richteramtsprüfung abgelegt und sind dann Politikerin geworden, warum?

Holzhammer: Das geschah eher zufällig. Meine Perspektive war es nicht.

OÖN: Was waren Ihre Perspektiven?

Holzhammer: Ich wollte eine Beamtenlaufbahn machen, aber es ist anders gekommen. Bereut hab ich diesen Schritt aber nicht. Ich war sicher nicht die prädestinierte Berufspolitikerin oder die gewiefte Taktikerin, sondern eine Quereinsteigerin und sachorientiert.

OÖN: Der Herr Bürgermeister überlegt, persönlich das Sozialressort zu übernehmen – eine gute Idee?

Holzhammer: Das finde ich gut, eine sehr, sehr gute Idee.

OÖN: Mutet er sich da nicht zu viel zu?

Holzhammer: Er schafft das auf alle Fälle. Nach der Wahlniederlage Anfang der 90er Jahre hatte er sich schon um die Seniorenheime angenommen.

OÖN: Wen könnten Sie sich noch als Nachfolger vorstellen? Ein wahres Griss herrscht ja nicht gerade um Ihr Ressort?

Holzhammer: Der Job ist verbunden mit sehr viel Kleinarbeit, die nicht spektakulär ist, aber gemacht werden muss und wo man nicht so im Rampenlicht steht. Und die Position des Sozialreferenten darf man auch nicht überbewerten. Gerade in Linz haben wir eine ausgezeichnete Sozialszene mit vielen engagierten Leuten. Ich werd mich jetzt nicht hinstellen und sagen, ich hätte das alles gemacht. Da hat es viele Akteure gebraucht. Auch Bürgermeister Dobusch hat sich massiv eingesetzt. Eins ist auch klar, wenn der Chef Nein sagt, dann geht gar nichts. Das wissen wir eh. Trotzdem ist es ein wichtiges Ressort für die Sozialdemokratie. Ich rechne mit einer Aufteilung der Agenden.

OÖN: Zur Vergangenheit: Schwerpunkt Ihrer Arbeit war die Umsetzung des 1990 beschlossenen Linzer Sozialprogramms. Eine Ahnung, wie viele Kindergärten, Horte oder Seniorenheime eröffnet wurden?

Holzhammer: Keine Ahnung. Ich hatte Glück, in einer Zeit tätig zu sein, in der klar war, dass im Sozialbereich etwas geschehen muss. Es war sehr wenig da. Im Pflegebereich hat es gerade einmal den Spallerhof und das Hillingerheim gegeben und einige Private. Viel ist passiert, nicht alles ist gelungen. Aber ich hab kein schlechtes Gewissen. Ich bin genug gelaufen. Es war ein erfülltes Berufsleben.

OÖN: Was hätten Sie gern noch realisiert?

Holzhammer: Dass man über neue Wohnformen im Alter nachdenkt. Betreutes Wohnen geht schon in die richtige Richtung, aber da kann man noch einen Schritt weiter gehen.

OÖN: Schon Pläne für die Pension?

Holzhammer: Sicher, ein bisschen. Ich möchte auf alle Fälle meine Sprachkenntnisse vertiefen und vor allem Italienisch perfekter lernen. Außerdem mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Die ist wirklich zu kurz gekommen in den vergangenen Jahren.

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