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Ex–Planungsdirektor kritisiert Linzer Hochhauspolitik: "Ein Konzept fehlt"

LINZ. Die geplanten Hochhäuser waren Mittwoch Abend Gesprächsthema im Architekturforum.

Ex–Planungsdirektor kritisiert Linzer Hochhauspolitik: "Ein Konzept fehlt"

Wolf Dieter Albrecht, ehemaliger Planungsdirektor der Stadt Linz Bild: (Stadt Linz)

Am Mittwoch Abend lud der Verein "Mehr Demokratie" zur Auftaktveranstaltung ihrer geplanten Bürgerinitiative für mehr Mitspracherecht der Linzer Bürger beim Thema Hochhausbau ein.

Viele Architekten, (ehemalige) Stadtplaner, Politiker und betroffene Bürger kamen und diskutierten im Linzer Architekturforum (afo) über ein Thema, das derzeit für reichlich Gesprächsstoff sorgt: die Linzer Hochhauspolitik.

"Ein Konzept fehlt"

Wolf-Dieter Albrecht, der bis Mitte 2015 Chef der Linzer Stadtplanung war, eröffnete den Abend indem er anhand mehrerer geplanter Hochhaus-Projekte die "Freigabe der Stadt an Investoren" kritisierte. So bemängelte er die "totale Fehlplanung" des Weinturms in der Urfahraner Kaarstraße und bezeichnete die drei geplanten Türme an der Friedhofstraße als Symbol für eine "Gier nach Mehr".

Der Grundtenor des kurzen Vortrags: Der Stadt Linz fehle es an einem Konzept für die Stadtentwicklung. So gebe es derzeit keine Stadtplanung und Investoren könnten machen, was sie wollen und sich an der Stadt "bereichern". Auch Architekt Markus Rabengruber sprach von einer "ausgehöhlten Stadtplanung". Er forderte Bürgerbefragungen nach Schweizer Vorbild und ein innerstädtisches Hochhaus- sowie Tiefgaragenverbot. "Das würde den Druck aus dem Zentrum nehmen", sagte Rabengruber.

Angelehnt an den Zehn-Punkte-Plan der Stadt Linz, der jedem Hochhaus-Projektbetreiber übergeben wird, sprach Architekt August Kürmayr im Gespräch mit den OÖN von seinen zehn Punkten gegen Hochhäuser. "Sie zerstören das Stadtbild und das soziale Leben, haben hohe Betriebskosten und ruinieren die Freiflächen in ihrer Nähe" sind nur einige der Gegenargumente Kürmayrs.

Politische Forderungen

"Gesellschaft und Politik müssen wieder die Oberhand über kommerzielle Interessen gewinnen", sagte Kürmayr. Dem stimmte auch Neos-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik zu und sprach sich für die "seriöse Einbindung der Gesellschaft bei großen Projekten, insbesondere Hochhäusern" aus. Grünen-Gemeinderat Klaus Grininger sagte: "Linz braucht eine Kehrtwende in der Stadtplanung, weg von der rot-blauen Planlosigkeit. Die Interessen der Bürger müssen im Vordergrund stehen. Bürgerbeteiligung sollte selbstverständlich sein."

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Artikel Sandra Chociwski 20. April 2018 - 00:04 Uhr
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