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Die heimischen Fahrradkuriere sprinten in Linz um den Sieg

LINZ. Wer ist Österreichs schnellster Fahrradkurier? Das zeigt sich am Wochenende bei der Radbotenmeisterschaft, die zum ersten Mal von den Linzer Fahrern organisiert wird. Die OÖNachrichten haben sich mit ihnen getroffen.

Die heimischen Fahrradkuriere sprinten in Linz um den Sieg

Tom Gruber (li.) beim »Trackstand« Bild: Alfred Reiter

„„Wir sind mehrere Einzelkämpfer, die gemeinsam an dem Projekt arbeiten“, sagt der 32-jährige Thomas Gruber. Viel Schlaf bekommen die Linzer momentan nicht. „Wir treffen uns jeden Tag und investieren unsere ganze Freizeit“, sagt Gruber.

Damit sich dann am Wochenende Fahrradboten aus ganz Österreich in verschieden Disziplinen messen können. Der Höhepunkt ist ein Sprint-Rennen, wo jeweils 15 Fahrer gleichzeitig versuchen, die Strecke schnellstmöglich zu absolvieren. „Am Hauptrennen nehmen wir aber nicht teil. Wir kennen die Punkte, die abgefahren werden müssen, bereits – das wäre unfair“, sagt der 30-jährige Werner Schütz. Dafür können die Linzer an den Nebenevents teilnehmen – die erfordern gute Balance und Fahrgefühl.

Rückwärts im Kreis

Beim „Trackstand“ geht es darum, sich möglichst lange auf dem Rad zu halten. Zuerst freihändig, dann muss auch noch ein Fuß weggestreckt werden. „So weit schafft es aber fast keiner“, erzählt Andreas Lizka. Möglichst punktgenau soll man beim „Skidden“ mit dem Hinterreifen abbremsen. Als „Backcircling“ wird die Disziplin bezeichnet, bei der man rückwärts im Kreis fährt.

Leidenschaft Radfahren

Die Kuriere sehen ihr Bike nicht nur als Arbeitsgerät. „Für mich ist das Radfahren eine Leidenschaft“, sagt Schütz. Ähnlich sieht das Philipp Pamminger. Der 30-Jährige wollte immer schon Fahrradbote werden. „Mir taugt der sportliche Aspekt am Radfahren“, sagt Pamminger und fügt hinzu: „Seit ich so oft draußen bin, bin ich auch nicht mehr krank geworden.“

Für (berufliche) Radfahrer ist es in der Stahlstadt aber nicht immer einfach. „Für viele Autofahrer existieren nur Fußgeher, aber nicht wir“, beschwert sich Schütz. Auch die Radwege seien besonders gefährlich. Autotüren würden öfters ohne Vorwarnung aufgehen. „Fußgeher benutzen den Radweg auch ständig“, sagt Lizka. Zudem sei der für 15 bis 20 km/h Fahrgeschwindigkeit ausgelegt – als Fahrradkurier muss man deutlich schneller sein. Die Lösung wäre für die professionellen Radfahrer ein separater Weg zwischen den Autos.

„Ich fahre sowieso viel lieber auf der Straße, dort gibt es mehr Ausweichmöglichkeiten“, sagt Pamminger. Auf Durchzugsstraßen erreichen die Radkuriere eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h – und können damit locker mit den Autos mithalten.

 

Radmeisterschaft im Lokal

Von heute bis Sonntag küren Österreichs Fahrradboten ihre Meister – zum allerersten Mal in Linz.

Das Programm startet heute um 21 Uhr. Die Kandidaten versuchen, sich im Lokal Kijani (am Graben) für das Goldsprint-Finale zu qualifizieren. In dem Bewerb ist das Rad fix montiert, Sensoren messen die Geschwindigkeit der Fahrer.
Weiter geht es dann am Samstag zwischen 10 und 12 Uhr mit dem Sprint bei der Tabakfabrik, der Hauptbewerb findet von 12 bis 17 Uhr statt. Anschließend werden eine Stunde lang sogenannte Fixie-Events ausgetragen. Das Goldsprint-Finale startet um 21 Uhr im Rothen Krebs in der Linzer Altstadt. Am Sonntag wird unter der Autobahnbrücke Bikepolo gespielt.
Bisher haben sich 45 Fahrradkuriere aus ganz Österreich angemeldet. Weitere Informationen zur Radbotenmeisterschaft gibt es auf www.oerm2011.tk.

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Artikel Valentin Lischka 23. September 2011 - 00:04 Uhr
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