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Der Tag, an dem in Linz die ersten Bomben fielen

Von Gerhard Lukesch, 25. Juli 2014, 00:04 Uhr
Der Tag, an dem in Linz die ersten Bomben fielen
Nach der ersten Attacke waren die »Göring-Werke« drei Wochen lahmgelegt. Bild: Archiv der Stadt Linz

LINZ. 500 amerikanische Flugzeuge griffen vor 70 Jahren Linz an – Vier Maschinen des Typs B-17 wurden abgeschossen.

"Größerer Verband auf Linz. Bombenabwürfe auf die Gauhauptstadt, Bombenabwürfe": Mit dieser "Drahtfunkmeldung" des Senders "Oberdonau" begannen heute auf den Tag genau vor 70 Jahren die Luftangriffe auf Linz im Zweiten Weltkrieg. Die Uhr zeigte am 25. Juli 1944 genau 11.16 Uhr, als auch bereits die ersten Todesopfer zu beklagen waren. Fünf Tage nach dem missglückten Attentat auf Adolf Hitler flogen 500 amerikanische Bomber der 15. US Air Force den ersten Luftangriff auf die "Hermann-Göring-Panzerwerke", die heutige voestalpine.

Bei dem ersten Angriff fielen rund 1600 Bomben zu 250 Kilogramm. 360 Menschen wurden getötet, 144 zum Teil schwer verletzt. Erst um 12.45 Uhr gab es Entwarnung.

Insgesamt 22 Luftangriffe

Der Angriff am 25. Juli 1944 war die erste von insgesamt 22 Attacken bis zum 25. April 1945. Dabei wurden rund 20.000 Bomben abgeworfen, etwa 3000 detonierten nicht. Rund 2300 Blindgänger wurden nach dem Krieg geborgen. Experten schätzen, dass in Linz noch bis zu 700 Fliegerbomben im Erdreich versteckt liegen.

Ziele der Angriffe der Amerikaner mit ihren B 17- und B 24-Bombern waren in erster Linie neben den Hermann-Göring-Werken die Stickstoffwerke (Chemie) oder der Hauptbahnhof sowie der Bahnhof Kleinmünchen. Aufgrund von Aufnahmen, die Aufklärungsflieger der englischen Royal Air Force in regelmäßigen Abständen anfertigten, ließen sich die Piloten von Ablenkungsmanövern nicht täuschen. "Die Nazis hatten vergeblich versucht, in Wilhering nahe dem Donaukraftwerk die Vöest mit unzähligen Lämpchen zu simulieren", sagen Stadthistoriker.

Auch wenn die Amerikaner vorrangig strategische Ziele bombardierten, blieb die Zivilbevölkerung nicht verschont: 1679 Menschen starben. In der ganzen Stadt wurden bis zu Kriegsende 602 Wohnhäuser mit 2940 Wohnungen völlig zerstört. Das Thema der Luftangriffe auf Oberösterreich wurde jetzt aktuell vom oberösterreichischen Landesarchiv im Buch "Bomben auf Oberdonau" aufgearbeitet. Die Blindgänger wurden nach den Angriffen nicht fachmännisch entsorgt: Sie mussten von Zwangsarbeitern und Häftlingen von Konzentrationslagern in Erdlöchern vergraben werden.

Die letzte Fliegerbombe explodierte in Linz vor knapp zehn Jahren am 7. Oktober 2004: Ein Baggerfahrer hatte auf dem Werksgelände des Linz-AG-Fernheizkraftwerkes an der Industriezeile mit der Schaufel eine Detonation ausgelöst. Zwei Menschen wurden verletzt.

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