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"Bei tausend neuen Wohnungen müssen wir in die Höhe bauen"

LINZ. Bürgermeister Klaus Luger erklärt, wie er mit der Linzer Bevölkerung in der heiklen Frage Hochhaus-Bauten noch heuer einen Konsens finden will.

"Bei tausend neuen Wohnungen jährlich müssen wir in die Höhe bauen"

Beherbergt keine Wohnungen, sondern Büros: der Terminal Tower Bild: OON

Wie sehr die Entscheidung, in der Stadt vermehrt Hochhäuser zu bauen, manchen Linzer aufregt, bekommt auch Bürgermeister Klaus Luger (SP) zu spüren.

Kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht erklären muss, warum Linz diesen neuen Weg eingeschlagen hat.

Und Luger wird auch nicht müde, dies zu argumentieren.

Die vielfach negative Einstellung zum Hochhausbau, "die von manchem politischen Mitbewerber ganz bewusst geschürt wird", will der SP-Chef so nicht stehen lassen. Er will Überzeugungsarbeit leisten und die Linzer Bevölkerung in die Beantwortung der Frage, wohin sich Linz städtebaulich entwickeln soll, einbinden.

Und das, so Luger, sei mehr als eine Ankündigung, konkrete Taten würden im Herbst folgen. Da werde eine Gruppe von Städteplanern und Architekten ("Solche, die auch bauen und nicht nur reden", Zitat Luger) Vorarbeiten für den neuen Stadtentwicklungsplan leisten. Und via Internet oder persönlich in Workshops soll sich auch die Bevölkerung einbringen können. "Aber nicht auf Einzelprojekte bezogen, nach dem Motto: Ich bin für diese Tiefgarage oder gegen dieses Hochhaus. Da soll diskutiert werden, wie sich die Stadt als Ganzes entwickeln soll."

Er, so Luger, sehe wenig Möglichkeiten, auf Hochhäuser zu verzichten, und bringt ein einfaches Rechenbeispiel. Linz sei eine beliebte Wohnstadt, jährlich müssten tausend neue Wohnungen errichtet werden. "Pro 70-Quadratmeter-Wohnung braucht man inklusive Nebenräume wie Stiegenhäuser 100 Quadratmeter Fläche. Macht für 1000 Wohnungen in Summe 100.000 m2. Baue ich fünf Geschoße, umfasst die verbaute Fläche 20.000 m2. Ziehe ich das Bauwerk aber zehn Stockwerke hoch, werden lediglich 10.000 m2 Fläche verbaut", sagt Luger.

Nachdem es sein Ziel sei, die unverbauten Grünflächen der Stadt möglichst zu erhalten, "können wir nur in die Höhe bauen. Oder wir machen es wie in Salzburg, wo es in der Stadt keinen Wohnbau mehr gibt", sagt Luger. Doch das sei keine Alternative.

"Ich verstehe, dass der Weg, den wir in Linz beschreiten, manche verunsichert. Aber es geht uns nicht darum, irgendwelche Projekte einfach durchzupeitschen. Wichtig ist vielmehr, in der Frage Stadtentwicklung mit der Bevölkerung einen Konsens zu finden."

Hochhaus-Debatte

 

Was zählt als Hochhaus? Das ist gar nicht so einfach erklärt. Laut Definition gilt als Hochhaus ein Gebäude, dessen höchster Fußboden (also der Boden im obersten Stockwerk) mehr als 22 Meter über der Geländeoberkante (simpel gesagt dem Boden vor der Haustür) liegt. Pro Stockwerk rechnet man zirka drei Meter Höhe. Also ist ein Hochhaus meist ein Bau, der mehr als sieben Stockwerke umfasst.

Umstrittener Hochhaus-Plan: Wie berichtet gibt es unter den Linzer Parteien einen heftigen Streit um einen sogenannten Hochhaus-Plan. Gefordert von der ÖVP und den Neos, soll darin genau festgelegt werden, in welchen Bereichen Hochhäuser entstehen dürfen und wo nicht. Die SPÖ unter Bürgermeister Luger und die FPÖ von Planungsstadtrat Markus Hein lehnen einen solchen Plan ebenso ab wie die Grünen. Ihr Argument: Mit einem solchen Plan würde die Grundstücksspekulation angeheizt werden.

Wo ist das Problem? „Darf denn der erste Grundbesitzer nicht den Gewinn machen?“ Für Neos-Fraktionschef Lorenz Potocnik ist das Argument Grundstücksspekualtion nicht wirklich schlüssig. Es müsse nicht immer der zweite oder dritte Besitzer eines Grundstückes „einen Schnitt machen“ und hohe Preise erzielen.

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Artikel Anneliese Edlinger und Reinhold Gruber 14. Februar 2018 - 00:54 Uhr
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