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Linz

Ampelpärchen könnte bald auf die Mozartkreuzung zurückkehren

Von Christopher Buzas und Herbert Schorn   10. Dezember 2015 05:28 Uhr

Linzer Ampelpärchen könnte bald auf die Mozartkreuzung zurückkehren
Aus Protest bemalten die Jungen Grünen eine Stiege am Hauptplatz in Regenbogenfarben.

LINZ. Sechs Fragen und Antworten auf die Causa, die auch die Weltpresse beschäftigte.

Erstmals seit Beginn der Auseinandersetzung um die angeordnete Demontage der gleich- und gemischtgeschlechtlichen Ampelpärchen an der Mozartkreuzung traf FP-Stadtrat Markus Hein am Mittwoch bei einer Pressekonferenz auf Bürgermeister Klaus Luger (SP). Die Fronten blieben verhärtet. Die OÖN beantworten wichtige Fragen in der Causa, die auch die Weltpresse beschäftigte.

 

1 Gibt es eine Chance, dass die Ampelpärchen wieder montiert werden?

Die vom Bürgermeister angestrebte sofortige Rückkehr der Figuren ist nicht möglich. Er ist nicht befugt, Heins Entscheidung aufzuheben. Stattdessen entscheidet kommende Woche die Stadtregierung. Hier hängt alles von der VP ab: Sie kann den rot-grünen Rückkehr-Befürwortern eine Mehrheit verschaffen. Dann müsste der Gemeinderat im Jänner nachträglich seinen Sanktus dazu geben.

 

2 Verursachte das Entfernen der Figuren der Stadt zusätzliche Kosten?

Stadtrat Hein zufolge nicht. Es sei vereinbart worden, dass die Ampeln bei Routinearbeiten ohne Mehraufwand getauscht werden.

 

3 Wo befinden sich die Schablonen mit den kontrovers diskutierten Figuren jetzt?

Diese liegen noch im Linzer Magistrat. Vertreter der Facebook-Initiative, die sich für die Montage auf eigene Kosten eingesetzt hatten, werden sie nicht abholen, "solange es eine Chance gibt, dass sie wieder angebracht werden".

 

4 Wie reagieren die Freiheitlichen auf den entstandenen "Shitstorm"?

Hein sagte gestern, dass er seine Entscheidung nicht bereue und sie nicht revidieren werde. Er sprach von einer "Minderheit", die sich über die Demontage der Ampelpärchen aufrege. Er habe viel Zuspruch für seine Entscheidung erfahren. Anschuldigungen, homophob zu sein, wies Hein zurück.

 

5 Was sagt die Gay-Community zur Demontage der Ampelpärchen?

"Es ist ein großer Schock für uns", sagt Stefan Thuma, Sprecher der Homosexuellen-Initiative (HOSI) Linz. Für ihn sind die Ampelpärchen ein Zeichen des Respekts. Ähnlich sieht das Erich Gattner, Präsident der Aidshilfe: "Es ist ein Bekenntnis der Weltoffenheit der Stadt Linz." Die HOSI fordert nun die Wiederherstellung und eine Entschuldigung der FP.

 

6 Sind gegen die Aktion des FP-Stadtrates Protestaktionen geplant?

Die HOSI und weitere Vereine marschieren am Freitag ab 15.30 Uhr aus Protest von der Mozartkreuzung zum Neuen Rathaus. Die Jungen Grünen haben die Stiege beim ehemaligen Finanzgebäude Ost in Regenbogenfarben bemalt – als Zeichen gegen Homophobie und für Gleichberechtigung.

 

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"Ich kann mir auch mehr Ampelpärchen vorstellen"

Werden sich die Schlagzeilen in den internationalen Medien über die Linzer Ampelpärchen negativ auf das Image der Landeshauptstadt auswirken? Dazu gehen die Meinungen derzeit auseinander. Während Bürgermeister Klaus Luger (SP) fürchtet, dass Linz künftig als „nicht weltoffen und kleinkariert“ gebrandmarkt wird, kommt diese Befürchtung für Tourismusdirektor Georg Steiner zu früh: „Das kann man erst hinterher sagen.“ Persönlich sei er von der von Verkehrsstadtrat Markus Hein (FP) angeordneten Demontage der Symbole „nicht begeistert“. Schließlich versuche man im Tourismus Linz als offene Stadt zu positionieren. „Ich kann mir deshalb auch mehr Ampelpärchen in der Stadt vorstellen.“

Tourismusdirektor Steiner: "Ich kann mir auch mehr Ampelpärchen vorstellen"
Tourismusdirektor Steiner

Wiener Beispiel

Als erste Stadt in Österreich hatte Wien vor dem Eurovision Song Contest im Mai 49 Zebrastreifen mit drei verschiedenen Ampelpärchen (Mann/Frau, Mann/Mann, Frau/Frau) ausgestattet. Neben Salzburg und Linz folgte auch München dem Wiener Beispiel.

In der Bundeshauptstadt fordert die FPÖ nun, dass Wien dem Linzer Exempel folgt – und die „halblustigen Sujets“ der „Homo-Ampeln“ wieder entfernt.
 

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