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Linz

4700 Corona-Tests und 312 Erkrankte: "Wir haben Cluster in Linz verhindert"

Von René Laglstorfer  29. Mai 2020 00:04 Uhr

4700 Corona-Tests und 312 Erkrankte: "Wir haben Cluster in Linz verhindert"
Die Linzer haben sich während der Corona-Krise vorbildlich verhalten.

LINZ. Die Linzer Stadtpolitik zog gestern Bilanz nach zweieinhalb Monaten Corona-Krise.

Zweieinhalb Monate nach Verhängung des Lockdowns infolge der Corona-Pandemie hat die Stadt Linz am Donnerstag Bilanz gezogen. "Alle Linzer mussten auf persönliche Freiheiten zu Gunsten des Gemeinwohls verzichten. Sie haben sich jedoch mit Bravour an die Vorgaben gehalten. Dafür möchten wir uns bedanken", sagten Bürgermeister Klaus Luger (SP) und Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FP) gestern bei einer Pressekonferenz im Alten Rathaus.

Trotz der Lockerungen bewegen sich die Coronavirus-Infektionen in der Landeshauptstadt auf sehr niedrigem Niveau. Derzeit sind nur sechs Linzer erkrankt. "Für eine Großstadt wie Linz ist das ein exzellentes Ergebnis, auch im Vergleich mit anderen Landeshauptstädten", sagte Luger.

2300 Tests in Seniorenheimen

Insgesamt wurden in Linz seit 10. März 312 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Die Stadt hat in Summe rund 4700 Corona-Tests angeordnet bzw. erfasst, etwa 1750 Linzer mussten sich in Quarantäne begeben. In den Seniorenzentren der Stadt wurden bisher etwa 1000 Bewohner und rund 1300 Mitarbeiter getestet. "In Summe konnte durch ein rasches und effizientes Kontaktmanagement eine Clusterbildung in Betrieben, Schulen, Kindergärten und Heimen weitgehend verhindert werden", sagte der für Gesundheit zuständige Stadtrat Raml.

Luger betonte, dass in Linz die Infektionsraten ab der vierten Märzwoche stets unter dem Oberösterreich-Schnitt gelegen seien. Damit habe Linz trotz der hohen Einwohnerdichte weniger Erkrankte gehabt als die Bezirke Perg, Urfahr-Umgebung, Steyr- Stadt und -Land, Rohrbach, Freistadt und Eferding.

Die Serviceleistungen der Stadt hätten trotz Lockdowns weitgehend aufrechterhalten werden können. 600 Magistratsmitarbeiter arbeiteten während der Krise von zuhause, 700 in ihren Büros.

Seit dem 18. Mai stehen private und städtische Kinderbetreuungseinrichtungen wieder in vollem Umfang zur Verfügung. "Wir haben aber auch offen gehabt, als nur 77 von 13.000 Kindern in Betreuung waren", sagte Luger. Derzeit sei die Auslastung in den städtischen Kindergärten bei fast 50 Prozent, bei Krabbelstuben bei 70 Prozent und bei den Horten unter einem Drittel.

Auch die Linzer Berufsfeuerwehr, die ab 20. März auf einen 14-tägigen Schichtbetrieb umgestellt hatte, ist am 1. Mai wieder zum gewohnten 24-Stunden-Rhythmus zurückgekehrt. "Wir hätten uns nicht erlauben können, dass in einer unserer beiden Feuerwachen das Virus ausbricht. "Alle Magistratsmitarbeiter sind über sich hinausgewachsen und haben in dieser schwierigen Phase Großartiges geleistet", sagte Raml.

Finanzielle Bilanz nach Pfingsten

Für eine raschere Lockerung der Beschränkungen plädierte Bürgermeister Luger, unter anderem bei den geltenden Besuchsverboten in Krankenhäusern. "Und warum dürfen wir nicht bis 1 Uhr fortgehen? Bei sechs Fällen in einer 200.000-Einwohner-Stadt verstehen es die Leute nicht immer, warum es diese sozialen und wirtschaftlichen Einschränkungen braucht", sagte der Stadtchef.

Österreich stehe am Beginn einer "totalen Wirtschaftskrise", die öffentliche Hand müsse jetzt Arbeit schaffen und investieren, sagte Luger. Nach Pfingsten soll bei einer Klausur der Stadtregierung die finanzielle Bilanz über die Corona-Pandemie gezogen werden.

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Redakteur Land und Leute

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