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Oberösterreich

Lehrmädchen fuhr auf dem Heimweg in den Tod

Von Robert Stammler  20. Mai 2022 00:04 Uhr

Lehrmädchen fuhr auf dem Heimweg in den Tod
Die Unfallstelle: Kreuzung von Bundes- und Landesstraße in Edlbach

KIRCHDORF. 16-Jährige kollidierte im Bezirk Kirchdorf an Kreuzung mit einem Auto, sie konnte nicht mehr reanimiert werden.

Ein junges Menschenleben, einfach ausgelöscht. Verbissen kämpften Sanitäter und Notärzte am Mittwochabend um die 16-jährige Jana W. Die Mopedfahrerin aus Spital am Pyhrn war bei einem Verkehrsunfall so schwer verletzt worden, dass sie trotz mehrerer Reanimationsversuche nicht mehr gerettet werden konnte.

Es war gegen 19.25 Uhr, als die auszubildende Friseurin im ersten Lehrjahr auf dem Weg nachhause in Edlbach auf der Hengst-Landesstraße unterwegs war. Bei der Kreuzung mit der B138, der Pyhrnpass-Straße wollte die 16-Jährige links nach Spital am Pyhrn abbiegen. Gleichzeitig war ein Auto auf der Bundesstraße Richtung Kirchdorf unterwegs. Beide Fahrzeuge prallten rechtwinkelig zusammen, wie die Pressestelle der oberösterreichischen Landespolizeidirektion mitteilte. Die 16-Jährige wurde gegen die Front des Autos und daraufhin gegen die Windschutzscheibe geschleudert. Schließlich schlug die junge Mopedfahrerin auf der Fahrbahn auf und blieb leblos liegen.

Ein Team des Roten Kreuzes war rasch zur Stelle und begann mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, wurde auch die Crew des Notarzthubschraubers Christophorus 14 alarmiert, der im steirischen Niederöblarn stationiert ist. "Wir sind in acht Minuten Flugzeit da gewesen", heißt es aus dem Helikopter-Stützpunkt auf OÖN-Anfrage. "Aber da war nichts mehr zu machen."

In der Heimatgemeinde der 16-jährigen Jana, in Spital am Pyhrn, sind Trauer und Bestürzung groß. Auch im Musikverein, wo das Mädchen Trompete gespielt hat. "Sie war seit einigen Jahren bei uns. Sie war so ein liebes Mädchen, fröhlich, nett und einfühlsam. Es ist so unendlich tragisch und unfassbar", sagt Simone Kaltenbrunner vom MV Spital am Pyhrn. Gearbeitet hatte die 16-Jährige in einem Frisiersalon in Windischgarsten, von wo sie am Abend nach einer Teambesprechung mit dem Moped nachhause gefahren war.

"Sie war immer hilfsbereit"

"Wir sind erschüttert", sagt Katrin Holzer, die Chefin des Lehrlings. "Sie war bei allen so beliebt, weil sie so freundlich war. Engagiert, zuverlässig, immer hilfsbereit."

Dem 28-jährigen Autofahrer dürfte, wie die ersten Ermittlungen zeigen, kaum eine Schuld an der Kollision zu geben sein. Sein Alkoholtest habe einen Wert von 0,0 Promille ergeben und er sei mit etwas über 70 km/h langsamer gewesen als die erlaubten 100 Kilometer pro Stunde, hieß es.

Wie viele Menschen sind heuer schon in Oberösterreich bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen? Die OÖN fragten im Büro von Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FP) nach. Die Statistik liegt bis zur Kalenderwoche 19 vor, also bis 15. Mai. Bis dahin wurden 25 Todesopfer gezählt. Nur Niederösterreich (32) und die Steiermark (27) hatten mehr Todesopfer zu beklagen.

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Robert Stammler

Redakteur Land und Leute

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