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Oberösterreich

LASK-Stadion: Gegner müssen für eine Volksbefragung Unterschriften sammeln

LINZ. Es gibt keine Gemeinderats-Mehrheit für eine Volksbefragung zum geplanten LASK-Stadion ohne Unterstützungserklärungen.

LASK-Stadion am Pichlinger See

Ein Modell des LASK-Stadions am Pichlinger See Bild: LASK

Kaum ein anderes Bauprojekt in Linz lässt die Emotionen derart hochgehen wie das geplante LASK-Stadion in unmittelbarer Nähe zum Pichlingersee.

Am 24. Jänner wird der Linzer Gemeinderat darüber entscheiden, ob er von sich aus eine Volksbefragung zum Stadion einleiten möchte. Seit Donnerstag steht fest, dass es für einen dementsprechenden Antrag der Linzer NEOS keine Mehrheit geben wird. Sowohl SPÖ als auch FPÖ werden ihre Zustimmung verweigern. Bürgermeister Klaus Luger (SP) argumentiert: "Die Frage, ob man für oder gegen ein LASK-Stadion ist, ist keine politische Frage."

FP-Chef Markus Hein sagt: "Die Initiative muss von den Bürgern und nicht von einzelnen Gemeinderäten ausgehen." Aber auch wenn der Gemeinderat die Volksbefragung nicht selbst initiieren will, wird es wohl trotzdem zu einer Befragung kommen.

6100 Unterschriften sind nötig

6100 Unterschriften von Linzer Bürgern sind nötig, um eine derartige (wohlgemerkt unverbindliche) Befragung zu erzwingen. Daran, dass Bürgerinitiativen so viele Unterschriften binnen eines Jahres sammeln können, hat Luger "nicht den geringsten Zweifel". Er betont aber auch: "Ich bin kein glühender Fan von Volksbefragungen." Dass bereits 6100 Unterschriften ausreichen, sei "eine viel zu niedrige Quote, die Linz vom Land aufgezwungen wurde".

Rund eine Million Euro würde die Volksbefragung kosten, schätzt Luger. "Das ist aber keinesfalls ein Grund, sie nicht zu machen. Demokratie kostet eben Geld."

Ob sich die Linzer SPÖ dem Ergebnis einer etwaigen Befragung anschließen würde, ließ Luger am Donnerstag völlig offen. "Ich werde aber auf jeden Fall selbst daran teilnehmen." Eine Wahlempfehlung werde es von ihm aber keine geben.

Enttäuscht von der Entscheidung des Bürgermeisters zeigten sich NEOS und die Grünen. NEOS-Fraktionsvorsitzender Lorenz Potocnik sprach von einem "überraschenden und bedauerlichen Rückzieher Lugers". Er kündigte an, gemeinsam mit Anrainern und Initiativen nun die erforderlichen Unterschriften sammeln zu wollen.

Für Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) zeige Luger durch sein Verhalten, dass ihm "die Interessen der Bürger in Pichling und der Schutz des Grüngürtels völlig egal sind".

Kein Geld für den LASK

Egal, wie die Befragung ausgeht, ist noch völlig offen, ob es eine Baugenehmigung für das Stadion geben wird.

Vor allem bei der Verkehrsanbindung sieht Luger Probleme: "Ohne zusätzliche Anbindungen wird es nach menschlichem Ermessen keine Genehmigung für ein 20.000-Zuschauer-Stadion an diesem Standort geben können." Dass Linz den LASK bei der Errichtung der 50 Millionen-Euro-Arena finanziell unterstützen werde, schließt Luger "vollkommen aus". (hip)

Video: Bürgermeister Klaus Luger zu einer möglichen Volksbefragung

 

LASK-Präsident Gruber: Lob für die Stadt Linz

In einer Aussendung hat die Klubführung des LASK kürzlich festgehalten, dass sie sich vor keiner Volksbefragung fürchte. "Vor allem aufgrund der zahlreichen guten Argumente, die für den vorliegenden Standort sprechen, sind wir hier sehr entspannt", heißt es dort wörtlich.

Dass sich Bürgermeister Luger und Stadtrat Hein gestern dagegen aussprachen, den Antrag der Linzer NEOS im Gemeinderat "durchzuwinken", und auf der Sammlung von 6100 Unterschriften bestehen, kommentiert LASK-Präsident Siegmund Gruber positiv.

"Ich kann die heute erfolgten Stellungnahmen von Bürgermeister Luger und Stadtrat Hein nur in aller Form begrüßen. Mit ihren Statements schaffen sie Planbarkeit und demonstrieren Verantwortungsbewusstsein. All dies wirft ein positives Licht auf den Wirtschafts- und Sportstandort Linz."

Laut Zeitplan des LASK wäre es wichtig, dass noch heuer die Umweltverträglichkeitsprüfung begonnen wird. Diese sollte letztendlich ausschlaggebend sein, ob das Stadion am Pichlingersee realisierbar ist – oder nicht. (chz)
 

Stadion in Zahlen

50 bis 60 Millionen würde laut Bürgermeister Klaus Luger (SP) die Errichtung eines Stadions für 20.000 bis 25.000 Zuschauer am Pichlingersee kosten.

Der LASK hat angekündigt, 22 Millionen Euro selbst investieren zu wollen. Zehn Millionen Euro sollen vom Land Oberösterreich kommen.

Nach eigenen Angaben hat der LASK 28 mögliche Standorte für das Stadion in Linz geprüft. Jener am Pichlingersee sei daraus als klarer Sieger hervorgegangen.

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Artikel OÖN 10. Januar 2019 - 16:08 Uhr
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