Lade Inhalte...

Landsleute

Sie ist in der I-Klasse mehr als eine Stütze

Von Robert Stammler  12. September 2020 00:04 Uhr

„Die Kinder reagieren positiv auf Mitschüler mit Beeinträchtigungen. Sie schauen sich viel voneinander ab. Man bekommt viel positive Energie zurück.“ Andrea Schwarz, Schulassistentin der VS Ottensheim

Andrea Schwarz leistet Schulassistenz für Kinder mit Beeinträchtigungen.

Die achtjährige Sumaia besucht die 2a-Klasse der Volksschule in Ottensheim. Das Mädchen lebt mit Tetraplegie, einer Form der Querschnittlähmung, die es dem Kind kaum erlaubt, Arme und Beine zu bewegen. Um die Achtjährige im Unterricht bestmöglich zu unterstützen, steht ihr die Schulassistentin Andrea Schwarz (42) zur Seite.

Die gelernte Friseurin aus Oberneukirchen arbeitet seit zwölf Jahren in der Schulassistenz, die vom Zentrum Spattstraße der Diakonie seit mittlerweile 30 Jahren angeboten wird. Inzwischen sind 540 Schulassistentinnen – überwiegend sind es Frauen – an 340 Schulen in Oberösterreich tätig.

Die 42-Jährige holt dem gelähmten Mädchen in der Pause die Jause aus der Schultasche, sie ist bei den Wegen innerhalb des Schulgebäudes behilflich und sie erkennt auf einen Blick, wenn Sumaia oder eines der anderen vier Kinder mit Beeinträchtigungen in der I-Klasse ihre Unterstützung braucht. Zusammen mit Klassenlehrerin Elke Forst und Sonderpädagogin Judith Kreiner bilden sie ein starkes und eingespieltes Team.

„Viele Eltern haben Zweifel, ob ihre Kinder denn gut lernen können, wenn sie mit beeinträchtigten Kindern in der Klasse sind. Aber die Kinder reagieren positiv, auch auf stark Beeinträchtigte. Sie schauen sich so viel voneinander ab. Man bekommt in der Arbeit so viel positive Energie zurück“, sagt Schwarz, die zuvor im Hort ihrer Heimatgemeinde tätig war und die über die Diakonie den Lehrgang zur Schulassistenz absolviert hat.

Die Corona-Krise hat auch den Schulalltag in der I-Klasse in Ottensheim komplett durcheinandergebracht. Die Integrationskinder wurden vom Rest der Klasse getrennt, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Zum Schulstart hoffen alle auf einen gemeinsamen Unterricht. Denn: „Die Kinder vermissen einander sehr“, sagt die Mutter zweier erwachsener Töchter. Dies sei auch eine klare Bestätigung, „dass Integration hier gelingt und Kinder mit Behinderung ganz einfach dazugehören“.

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Artikel von

Robert Stammler

Redakteur Land und Leute

Robert Stammler
Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr zum Thema

mehr aus Landsleute

0  Kommentare expand_more 0  Kommentare expand_less