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Landsleute

Ehrlich, direkt und ein bisschen frech

Von Josef Schuldenzucker  07. September 2020 00:04 Uhr

„Als Schüler war ich stets der Klassenkasperl. Immer laut, deshalb habe ich in dieser Zeit auch sehr viele Strafen ausgefasst!“ Philipp Eglauer, Logistiker und Wortakrobat

Philipp Eglauer wirbt als Poetry-Slammer um die Gunst des Publikums.

Irrsinnig nervös, neugierig und erfüllt von der Vorfreude vor seinem ersten Auftritt: So beschreibt der 24-jährige Philipp Eglauer seine Gefühlslage vor dem Poetry-Slam in der Innviertler Wortklauberei in Lohnsburg. Bei seiner Premiere präsentierte der Rieder dem Publikum Texte, die unter die Haut und ins Ohr gingen.

Philipp Eglauer ist ein Mann der klaren Worte, auch und vor allem wenn es um Themen wie sexuelle Übergriffe, Ausgrenzung oder soziale Missstände geht. „Ich will ein Ausrufzeichen setzen und mit dem Zeigefinger hineinbohren. Nur so gewinnt man die Aufmerksamkeit der Menschen. Darum zensiere ich mich nicht, auch wenn der eine oder andere zuerst einmal den Kopf schüttelt“, sagt Philipp Eglauer.

Die Liebe zum Geschriebenen flammte bei ihm bereits in der Hauptschule auf. Seine Texte, die zu Beginn meist lustig waren, haben sich im Lauf der Zeit verändert. Genau wie er selber. „Das Schreiben hat mir immer geholfen, gewisse Dinge zu verarbeiten. Deshalb haben die Stücke auch immer ein Stück weit mit mir zu tun“, so der Rieder, der sich inzwischen vor allem mit kritischen Themen wie Alltagsstress, Wegwerfgesellschaft und der Politik auseinandersetzt.

Der erste und zugleich beste Gradmesser bei der Beurteilung seiner Texte ist seine Mama. „Sie ist der ehrlichste Mensch, den ich kenne. Meine Mutter darf ganz offen mit mir reden und mir Inputs geben. Nur wenn es um die Art des Schreibens und bestimmte Wörter geht, bleibe ich stur“, so der 24-jährige Poetry-Slammer. Auch beruflich ist der Rieder durchaus erfolgreich. Mit 24 Jahren hat er bereits die Meisterprüfung in Logistik und Prozesstechnik abgelegt.

Erfolg, Zwang, Druck, Selbstoptimierung – auch das sind Themen, die den Innviertler permanent beschäftigen. In seinen Liedern plädiert er für mehr Akzeptanz ohne Wertung, das Ende des Schubladendenkens und vieles mehr. Am vergangenen Wochenende nahmen die besten dieser Zunft an den Österreichischen Staatsmeisterschaft im Poetry-Slam in Ried teil.

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Josef Schuldenzucker

Lokalredakteur Innviertel

Josef Schuldenzucker
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