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Diskriminierung im Berufsleben: Nach Fehlgeburt gekündigt

Von Verena Mitterlechner, 05. Dezember 2022, 11:31 Uhr
Im Vorstellungsgespräch müssen sich insbesondere junge Frauen diskriminierenden Fragen stellen. Bild: colourbox

LINZ. Eltern sowie Frauen und Männer, die eine Familie gründen wollen, sind weiterhin mit Diskriminierung im Berufsleben konfrontiert, das zeigt eine neue Studie.

"Haben Sie vor in den nächsten Jahren Kinder zu bekommen?" Diese Frage bekommt fast jede zweite Frau indirekt oder direkt beim Vorstellungsgespräch gestellt. Das zeigt eine von der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK) bei der Johannes Kepler Universität in Auftrag gegebene Studie.

"In unserer täglichen Beratungspraxis hören wir immer wieder, dass Frauen gefragt werden, ob sie schwanger werden wollen und Männer, ob sie eine Väterkarenz planen", sagt der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Andreas Stangl. Die Diskriminierung würde in manchen Fällen in der Kündigung gipfeln: So hatte eine Arbeitnehmerin in einem Beratungsgespräch der AK berichtet, dass sie nach ihrer Fehlgeburt gekündigt wurde. Ihr Dienstgeber war davon ausgegangen, dass sie weiterhin versuchen würde, schwanger zu werden.

Um die Diskriminierung wissenschaftlich zu untersuchen, wurden im Mai diesen Jahres 400 Beschäftigte zwischen 20 und 45 Jahren nach ihren Erlebnissen bei Vorstellungsgesprächen befragt. 88,4 Prozent davon waren Frauen. Etwas mehr als die Hälfte aller Befragten hatte Kinder und Betreuungspflichten. 

Fragen nach Verhütung

13,6 Prozent der befragten Frauen gaben an, gefragt worden zu sein, ob sie aktuell schwanger seien. Sechs Prozent von ihnen wurde sogar nach ihren Verhütungsmethoden gefragt. Wie sie den Job, für den sie sich beworben haben, mit ihren Kinderbetreuungspflichten vereinbaren wollen, wurden 54 Prozent der Befragten von den potenziellen Arbeitgebern gefragt.

"Wie ich meine Kinderbetreuung organisiere, ist eine höchst private Frage", sagt Birgit Mock, Referentin der Stabstelle Frauen- und Gleichstellungspolitik. Sie vermutet eine hohe Dunkelziffer, die Fälle, die die Arbeiterkammer erreichen, seien nur die Spitze des Eisberges.

Über 300.000 Euro habe die Arbeiterkammer für Mitglieder, die auf diese Weise diskriminiert wurden, bereits erstritten, sagt Stangl. Er nutzte den Anlass der Pressekonferenz auch für einen neuerlichen Appell für mehr Kinderbetreuungsplätze. "Oberösterreich ist Schlusslicht bei der Kinderbetreuung und verzeichnet auch die niedrigsten Fraueneinkommen - das hängt zusammen." Rund 45 Prozent der Befragten mit Kindern hatten angegeben, ihre Stunden reduzieren zu müssen, um ihre Kinder zu betreuen - auch weil Kindergartenplätze fehlen. 

Väterkarenz und gläserne Decke

Auch das Thema Elternkarenz für Väter wurde abgefragt. Rund 17 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Betrieb über Männer, die sich um Kinderbetreuung kümmern, schlecht geredet wird. „Ich gehe lieber in Urlaub statt um Papamonat zu fragen, das spart mir Ärger mit dem Arbeitgeber und den Kollegen“, schilderte ein betroffener Vater in einem Beratungsgespräch der Arbeiterkammer. 

Dass die Karenz auch Folgen beim Wiedereinstieg hat, bestätigte knapp die Hälfte der Befragungsteilnehmer. 46 Prozent von ihnen haben nach einer Stundenreduktion weniger Aufstiegschancen erlebt. Etwa 43 Prozent gaben an, von ihren Vorgesetzten als weniger einsatzbereit gesehen zu werden. 

 

 

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Autor
Verena Mitterlechner
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